Tag 25 – In einem Rutsch durch die Schweiz
Wir satteln alles auf und raus gehts aus MAILAND. Wie auch schon am anfang unserer Reise wollenwir so wenig wie möglich in der SCHWEIZ sein – zu teuer. Wir ollen sie in einem rutsch durchqueren. Der Verkehr auf dem Autobahnen rings um MAILAND ist sagenhaft – wie auf der Süd-Osttangente zur Rushhour. Wir biegen auf die SS36 Richtung Norden ein und erwarten, dass der Verkehr, wie bei allen städten, langsam abnimmt, je weiter wir von der Stadt entfernt sind. Hoffnungen!!!
Tatsächlich bleibt der Verkehr so und die SS36, ausgebaut wie eine Autobahn führt uns Richtung LAGO DI COMO. Schon vor CIVATE kommt der Verkehr zu erliegen. Wir glauben an die üblichen Gründe (Baustelle, Autobahneinfahrten wie sich der Verkehr erst schlicht muss) und bleiben auf der SS36 – schwerer Fehler. Allein LECCE hat 4 Autobahnaufffahrten und wir kommen nur im Stop-and-Go-Verkehr weiter. DieSS36 ist ein Meisterstück italienischer Straßenbaukunst. Um das Verkehrschaos auf der engen Strasse entlang des Ufers des COMOSEES (einer der Hauptverkehrsrouten Richtung SCHWEIZ) zu beenden wurde die SS36 in endlosen Tunnel-Brücke-Tunnel direkt in den Berg gebaut. 36 Jahre haben sie gebaut und jetzt braucht man klarerweise etwas Wartung. Nach ca. 50 km Stop-and-Go endet schließlich der Stau. Einen Halbtonner auf 2 Rädern 50 km so lange im Stop-and-Go-Verkehr zu bewegen ist mehr als eine Fitnessübung – es ist Folter. Man steht entweder im Abgasstau im schwühlen Tunnel oder auf einer Brücke in der Hitze des blanken Sonnenscheins. Vom See haben wir praktisch nichts gesehen.

Als der Stau endlich zu Ende ist bleiben wir irgendwo stehen und müssen uns erst mal, erschöpft wie wir sind, etwas erholen. Sowas haben wir noch nie erlebt (und werden es hoffentlich auch in der Zukunft nie wieder. 50 km Stop-and Go! Grausam!).

In CHIAVENNA biegen wir Richtung ST. MORITZ ab. Die Straße führt über den MALOJA-PASS. Müde und erschöpft wie wir sind fallen uns die engen Spitzkehren schon ziemlich schwer. Was normalerweise ein Motorradleckerbissen ist wird heute zum Mühsal. Oben am MALOJAPASS wollen wir uns einen Aufnäher oder zumindest einen Sticker kaufen – Fehlanzeige – ausverkauft.
Via der Bundesstraße 27 gehts in der SCHWEIZ Richtung ZERNEZ wo wir Richtung NAUDERS (RESCHENPASS) abbiegen. Zwischendurch machen wir immer wieder Pause und Atlan hat den Eindruck konstant bergab zu fahren. Einmal müssen wir wegen eines kurzen Staus stehenbleiben. Der wurde durch Bergungsmaßnahmen eines verunglückten Motorradfahrers verursacht. Unsere Stimmung ist danach etwas gedrückt.

Bei einer Pause lernen wir: Die Stelle wo man mit einem Boot an einem Fluss an-/ablanden kann nennt man „Einbootstelle“. Ist das ein schweizerischer Spezialausdruck?
Es ist schon früher Abend, als wir endlich im Hotel in NAUDERS ankommen. Mara hat sich wiedereinmal selbst übertroffen: Das Hotel hat ein Spa!!!! Oh wie toll und erholsam.


