2026-Tourentagebuch Frankreichtour,  Lavendel und Kurven,  Motorrad-Touren

Bremsen und andere Probleme

Atlan schreibt:

Kaum waren wir ein paar Kilometer unterwegs bemerke ich zu meinem Schrecken, dass die Hinterradbremse nicht funktioniert. Sie fühlt sich schwammig an und man muss pumpen damit es eine Bremswirkung gibt. Wir sind aber jetzt unterwegs und es wird sich schon eine Lösung finden lassen – denke ich mir. Von WIEN via WILDALPEN, GESÄUSE und HALLSTATT nach ABTENAU zu fahren ohne funktionierende Hinterradbremse, ungewohntem Bike (keine Praxis dieses Jahr mit der SOL), falschen Reifen und falscher Federung war nervig. In ABTENAU konsultiere ich die BMW-App und erfahre, dass es in KAPRUN eine BMW-Motorradwerkstatt gibt.

  1. Versuch: Noch bevor wir nach DIENTEN hochfahren, fahren wir nach KAPRUN. Dort wird sofort (ohne Termin!) die Bremse entlüftet und die Bremsflüssigkeit ersetzt. Der dortige Mechaniker merkt an, dass er das seltsam findet weil in diesem Jahr schon 5 (!) andere 1250ger bei ihm mit dem gleichen Problem gewesen wären.
  2. Versuch: Kaum fahren wir von der Werkstatt los bemerke ich nach 200m, dass die Hinterradbremse noch genauso schwammig ist. Ergo zurück in die Werkstatt. Dort kann ich das demonstrieren was für sehr viel Verwunderung sorgt. Es wird die Hinterradbremse ein 2. mal entlüftet.
  3. Versuch: Glücklich ein voll funktionierendes Bike zu fahren, fahren wir hoch nach DIENTEN. Mara nimmt an einem Seminar teil und ich genieße die Fahrt alleine auf der SOL – um festzustellen, dass die Hinterradbremse wieder schwammig ist. Ergo – zurück in die Werkstsatt. Dort ist man wieder sehr erstaunt und die Hinterradbremse wird wieder entlüftet. Der Chefmechaniker macht eine Probefahrt. Ich mache eine Probefahrt – alles Ok
  4. Versuch: Auf dem Weg nach FENDELS: Hinterradbremse KO!!! Anruf bei diversen BMW-Werkstätten. Die heben nicht ab oder geben mir einen Termin in 3 Wochen.
  5. Versuch: Anruf bei der BMW-Hotline in MÜNCHEN. Ich will wissen ob dieses Phänomen bekannt ist. Ich werde nicht zu einem hauseigenen Technikspezialisten duchverbunden sondern zu irgendeiner BMW-Werkstatt. Dort diagnistiziert man: hinterer Hauptbremszylinder defekt. Keine aktuelle Hilfe möglich.
  6. Versuch: Es gibt entlang unserer Reiseroute in ANNECY und in GRENOBLE offizielle BMW-Werkstätten. GRENOBLE meint, sie würden uns sofort drannehmen. Wo wir denn im Augenblick seien: Mittlerweile auf dem Weg zu Nationalpark GRAN PARADISO in ITALIEN.

Wir erreichen GRENOBLE aber es ist mittlerweile Samstag. Da die Werkstatt am Montag geschlossen hat müssen wir bis Dienstag warten. In der Nacht Montag auf Dienstag versucht jemand die SOL zu stehlen, scheitert aber am Bremsscheibenschloss. Ergo wollen die Diebe die vordere rechte Bremsscheibe mit einer Trennscheibe durchschneiden, machen aber damit soviel Lärm, dass die Nachbarn aufwachen und die Diebe mit der Drohung die Polizei zu rufen vertreiben. Als Rache werfen die Diebe die SOL um und verschwinden mit quitschenden Reifen in einem Auto. In der Nacht konnte ich zwar die Alarmanlage der SOL hören, aber sie war ja noch da.

Dienstag in der Früh: Ich gehe runter zur SOL und bemerke:

  • SOL umgeworfen auf die linke Seite
  • Kratzer auf den Sturzbügeln (haben sich bewährt)
  • linker Griffschutz zerstört.
  • vordere rechte Bremsscheibe mit einer Trennscheibe fast vollständig durchtrennt. Die SOL ist somit nicht mehr fahrfähig.

…und der Griffschutz ist auch zerstört

Anruf beim ÖAMTC. Die orgsanisieren einen Abschleppdienst und bringen die SOL zur BMW-Werkstatt.

Der Abschleppwagen war rasch da. 300 kg ohne Motor hinaufzuschieben war kräfteraubend. Wenn wir den Motor gestartet hätten, hätten wir womöglich auch bremsen müssen – was mit der derzeitigen linken Bremsscheibe u.U. auch noch die linken bremsklötze beschädigt hätte. Glücklicherweise lässt sich die Ladefläche kippen.

7. Versuch: Die Werkstatt diagnostiziert: beide vordere Bremsscheiben müssen getauscht werden. Die Bremsklötze der Hinterradbremse halten vielleicht noch 1000 Km. Ein 10.000Km-Standardservice ist fällig. Alles würde bis am nächsten Tag Mittag fertig sein. Geschätzte Kosten: 1.300 EUR. Nur der Fehler mit der Hinterradbremse wird nicht behoben, da sie erst den Fehler finden müssen und das geht nicht mit einem dazwischengeschobenen Nottermin.

Nachtrag 26.7.2026:

Wir sind den gesamten Urlaub ohne Hinterradbremse gefahren. Das Problem wird jetzt hier in WIEN behoben. Während des Urlaubs übernachteten wir im Hotel MONT BRISON, einem bekannten Motorradhotel. Als wir ankamen parkte sich gerade eine deutsche Bikergruppe ein. Als ich das Bremsproblem erwähnte erntete ich ein müdes Lächeln. Alle hatten von diesem Problem schon gehört und einer der Fahrer, der auch eine R1250GSA fährt hatte bereits aufgegeben und fährt nur noch mit der Vorderradbremse. Die Berge nur mit Vorderradbremse und mit der Motorbremse runterzufahren ist insofern erholsam, als man so langsam unterwegs ist, dass man sich ohne weiters die Umgebung ansehen kann.

Im Internet fand ich dass dies ein bekanntes Problem sei und den Tipp ein STAHLBUS-Ventil einzubauen. Es kostet nur ca. 26 EUR und ist ein Rückschlagventil. D.h. wenn man das Ventil öffnet und das Bremspedal drückt, entweicht zwar Luft und Bremsflüssigkeit, aber wenn man das Pedal wieder loslässt, verschliesst sich das Ventil automatisch und saugt so keine Luft an. Damit kann man bequem auch als Einzelner entlüften bzw. Bremsflüssigkeit wechseln.

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