{"id":979,"date":"2024-08-09T14:36:00","date_gmt":"2024-08-09T12:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/?p=979"},"modified":"2025-05-23T15:54:25","modified_gmt":"2025-05-23T13:54:25","slug":"tag-29-freitag-9-august-2024-kreisverkehr-im-berg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/2024\/08\/09\/tag-29-freitag-9-august-2024-kreisverkehr-im-berg\/","title":{"rendered":"Tag 29 \u2013 Kreisverkehr im Berg"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Motorradfahrer verirren sich nicht<\/em>. <em>Sie erkunden nur neue Orte wo sie noch nie gewesen sind<\/em>.<\/p>\n<cite>Bikerweisheit<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Als wir am Morgen gegen 10:00 Uhr wegfahren, regnet es bereits wieder genauso wie gestern. Schwesterherz hat uns bereits via SIGNAL vorgewarnt, dass ganz MITTELNORWEGEN unter einer gigantischen Wolkendecke steckt. Zun\u00e4chst h\u00e4lt das Wetter noch aus aber aus Vorsicht haben wir uns bereits die Regenklamotten angezogen. Es f\u00e4ngt zu gie\u00dfen an und h\u00f6rt den ganzen Tag nicht mehr auf. Urspr\u00fcnglich hatten wir ja vor die auch Erik Peters empfohlene Strecke via der Fv613 bis nach DRAKVIK zu nehmen aber wir wollen einfach nur noch vorw\u00e4rtskommen und durch den vielen Regen und die Wolken k\u00f6nnen wir ohnehin nichts von der Landschaft sehen. Wir m\u00fcssen also den l\u00e4ngsten aller norwegischen Fjorde, den SOGNEFJORD praktisch links liegen lassen. Wir erreichen ihn bei VADHEIM und folgen ihm ostw\u00e4rts. In BALESTRAND ist auf GOOGLE und auf unserer Karte eine F\u00e4hrverbindung eingezeichnet aber als wir dort ankommen m\u00fcssen wir leider feststellen, dass diese F\u00e4hre nur am Morgen Fahrzeuge transportiert und f\u00fcr den Rest des Tages nur Passagiere. Die F\u00e4hre, welche wir brauchen, legt in DRAKSVIK an. Diese F\u00e4hre ist insofern was Besonderes, als sie im Dreiecksverkehr in der Reihenfolge DRAKSVIK \u2013 HELLA \u2013 VANGSNES f\u00e4hrt. Als die F\u00e4hre ergo das erste Mal anlegt m\u00fcssen wir im Schiff bleiben und fahren erst bei VANGSNES raus.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach gehts wieder einmal in Landesinnere aber diesmal in alpine H\u00f6hen. Leider ist Atlans Navi kaputt den er h\u00e4tte gerne gewusst in welche H\u00f6hen wird da raufgekommen sind. Bei dichtem Regen und im Dunst der Wolken fahren wir durch ein alpines Wintersportgebiet. Bei Sonnenlicht h\u00e4tte das sicherlich wundervoll ausgesehen. So aber zockeln wir mehrfach hinter \u00e4ngstlich Autofahrer hinterher, welche wohl am liebsten zur Sicherheit ihr Auto schieben wollen. Es dauert aber immer etwas bis Atlan genug freie Sicht nach vorne hat, um zu \u00fcberholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wetter ist grau-in-grau und es ist schon sp\u00e4ter Vormittag. Zeit f\u00fcr einen sp\u00e4ten Vormittagskaffee bzw. fr\u00fchen Mittagskaffee. Wir halten also die Augen offen nach einer Art Kaffeehaus \u2013 welches nicht kommt. Dann halten wir Ausschau nach irgendeiner Art Restauration \u2013 was auch nicht kommt. Nur hin- und wieder fahren wir an Hotels vorbei, welche entweder geschlossen sind oder so teuer aussehen, dass wir da nicht reingehen wollen. Wir sind jetzt schon stundenlang auf der Suche und werden langsam unrund. Wir wollen unseren Kaffee haben &#8211; unbedingt. Schlie\u00dflich rei\u00dft Atlan die Geduld und er parkt sich vor einem Hotel ein (Voss Fjell Hotel &amp; Restaurant bei VINJE, 176 km nach F\u00f6rde), geht zur Rezeption und sagt: \u201e I am sorry but we are now since about more than 100km looking for a coffeehaus but cannot find any. Is it possible to have a coffee here?\u201c Der arabisch aussehende Concierge l\u00e4chelt verst\u00e4ndnisvoll und meint: \u201cYes, I know \u2013 come with me.\u201d Er f\u00fchrt Atlan in einen holzget\u00e4felten Speisesaal, wo eine Kaffeemaschine steht und ihm einen Kaffee runterdr\u00fcckt. Atlan sagt ihm noch, dass er seine Frau holen werde und hat dann Hemmungen, tropfnass wie seine Regenkleidung nun mal ist, den Saal zu betreten, da wo er geht und steht er eine gro\u00dfe Lacke Wasser hinterl\u00e4sst. Das scheint den Mann aber nicht zu st\u00f6ren. Der Mann l\u00e4sst uns allein und wir genie\u00dfen unseren Kaffee. Mara will dann noch auf die Toilette gehen. Die befindet sich im Keller und es gibt kein WC-Papier. Auf die Frage, wo dieses sei, meint der Concierge, dass sie die Toilette des Personals benutzen solle. Dort gibt\u2019s zwar WC-Papier aber kein Sp\u00fclwasser. Es gibt eine Wasserflasche daneben, welche man ins WC-leeren kann! Das Ganze mache einen sehr ehemaligen Eindruck und uns scheint, als ob das Hotel im Moment auch keine G\u00e4ste h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter kommen wir am TVINDEFOSSEN vorbei. Ein Wasserfall so spektakul\u00e4r, dass wir trotz des Regens stehenbleiben und uns das n\u00e4her ansehen. Es gibt einen eigenen Weg zum Wasserfall, dessen Gischt die ganze Umgebung in nassen Nebel h\u00fcllt. Mara l\u00e4sst es sich nicht nehmen so nahe wie m\u00f6glich heranzugehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"472\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_1-1024x472.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1206\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_1-1024x472.jpg 1024w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_1-300x138.jpg 300w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_1-768x354.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_1-1536x709.jpg 1536w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_1-2048x945.jpg 2048w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_1-1140x526.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"472\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-472x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1207\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-472x1024.jpg 472w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-138x300.jpg 138w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-768x1665.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-709x1536.jpg 709w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-945x2048.jpg 945w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-1140x2471.jpg 1140w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Nordkaptour_T29_2-scaled.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich passiert, was jedem einmal passiert: Wir verfahren uns! Wir sind auf der E13 und bleiben auf der E13 und geraten so in den mit 11,5 km l\u00e4ngsten Tunnel bisher. Zu unserer vollst\u00e4ndigen \u00dcberraschung finden wir uns tief im Berg an einer Kreuzung mit in neonblau beleuchtetem Kreisverkehr wieder. Jetzt w\u00e4re nat\u00fcrlich der ideale Augenblick, dass Mara die Richtung ansagt aber genau in diesem ung\u00fcnstigsten aller Augenblicke gibt ob der andauernden N\u00e4sse unsere Gegensprechanlage w.o.. Es folgt heftiges Klopfen und Deuten, wodurch wir uns rasch wieder synchronisieren k\u00f6nnen. Als Resultat fahren wir geradeaus, \u00fcber eine spektakul\u00e4re Br\u00fccke \u00fcber den HARDANGERFJORD und dann gleich wieder in einen Tunnel. Als uns der irgendwo ausspuckt, funktioniert unsere Gegensprechanlage wieder und wir wissen, dass wir hier v\u00f6llig falsch sind. Das bemerken wir zwar rasch k\u00f6nnen aber wegen des heftigen Verkehrs und der Enge der Stra\u00dfe nicht umkehren und landen in einem Stau. An uns f\u00e4hrt wieder einmal ein Lotsenfahrzeug vorbei gefolgt von einer endlosen Reihe von Autos und Wohnmobilen. Kaum sind wir stehengeblieben dreht das Lotsenfahrzeug um und wir m\u00fcssen in der Kolonne viele Kilometer weiter in die falsche Richtung fahren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Erst als das Lotsenfahrzeug wieder umdreht, k\u00f6nnen wir auch umkehren. Wir kommen als eine der Ersten Fahrzeuge in die wartende Kolonne f\u00fcr die Gegenrichtung und d\u00fcrfen bis ganz nach vorne fahren. Dort steht eine junge Frau im orangener Stra\u00dfenarbeiterdress mit der Atlan sich jetzt ein wenig dar\u00fcber unterh\u00e4lt, warum es hier diese Art von Verkehrsregelung gibt. Sie meint, dass die Stra\u00dfe stellenweise so eng ist, dass 2 Wohnmobile nicht aneinander vorbeifahren k\u00f6nnten und u.U. mehrere Kilometer im R\u00fcckw\u00e4rtsgang zur\u00fccksetzen m\u00fcssten, bis sie einander passieren k\u00f6nnte. Das w\u00e4re sehr unfalltr\u00e4chtig und um das zu verhindern, w\u00fcrde es \u00fcber den Sommer diese Gegenverkehrsregelung geben. Atlan in seinem sozialunvertr\u00e4glichem Aspergertum stelle dann nat\u00fcrlich die falsche Frage indem er nachhackt und fragt: \u201cUnd warum benutzt ihr daf\u00fcr nicht einfach eine Ampel?\u201c. Der Blick der jungen Dame glich Dolchen, denn Atlan hatte gerade ihre berufliche Daseinsberechtigung hinterfragt. Sie meinte dann nur trotzig \u201eTraffic lights are not so reliable as humans\u201d \u2013 und beendete damit das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p>Also im G\u00e4nsemarsch wieder dem Lotsenfahrzeug hinterher, Tunnel, Br\u00fccke, Tunnel wieder zur\u00fcck und bei KJERLAND in die richtige Richtung nach TORVIKBYGT abgebogen. Bis wie TORVIKBYGT erreichen fahren wir l\u00e4ngeren Zeit dem HARDANGERFJORD entlang. Bei Sonnenschein m\u00fcsste das ein gro\u00dfartiges Erlebnis sein aber so wollen wir einfach nur noch unser Tagesziel JONDAL erreichen. In TORVIKBYGT m\u00fcssen wir nicht lange warten bis wir an Bord der F\u00e4hre gehen k\u00f6nnen aber der Wind ist so stark, dass Atlan Mara bittet mit ihr zusammen die SOL stabil zu halten. Die F\u00e4hre selbst f\u00e4hrt gar nicht direkt auf das gegen\u00fcberliegende Ufer zu, sondern aufgrund des Windes im 45 Grad-Winkel gegen die Windrichtung, um den Winddruck ausgleichen zu k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite des Fjordes k\u00f6nnen wir eine Gewitter- und Starkregenfront vorbeiziehen sehen. Die Regenfahnen sind \u00fcberdeutlich zu sehen. Gl\u00fccklicherweise ist der Wind so stark, dass diese Regenfront den F\u00e4hrhafen in JONDAL l\u00e4ngst passiert hat, bis wir dort ankommen. Direkt neben dem F\u00e4hrhafen, JONDAL ist ja nicht so gro\u00df, ist eine kleiner Supermarkt, bei welchem wir uns jetzt einparken, und Mara geht Abendessen einkaufen. Danach, es ist bereits gegen 20:30 Uhr, suchen wir uns unsere Unterkunft, welche nur wenige hundert Meter entfernt ist. Wie immer geht Mara hinein und macht das Zimmer klar. Urspr\u00fcnglich hatten wir nur ein Zimmer mit Gemeinschaftsbad und Gemeinschaftstoilette aber der Herbergsvater hat ein Herz und gibt uns sein letztes Zimmer mit eigenem Bad + WC um den gleichen Preis. Atlan muss nur noch um das ganze Geb\u00e4ude herumfahren und auf der anderen Seite parken, womit wir durch den Hintereingang einen k\u00fcrzeren Weg zum Zimmer haben. Dort werden zun\u00e4chst alle Gep\u00e4ckteile unter der Dusche vom Stra\u00dfendreck befreit und die 2 getrennten Betten mit Spannguten aneinandergebunden. Wir stellen die Heizung auf hohe Stufen und k\u00f6nnen so unsere nassen Sachen langsam trockenen. Besonders Maras Schuhe machen Probleme.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir treffen dort auch einen deutschen Biker, der mit einer etwas \u00e4lteren BMW unterwegs ist. Er hat keine Regenausr\u00fcstung und auch keine Routenplanung. Als er in den Regen kam, suchte er sich einfach die n\u00e4chste Unterkunft \u2013 diese hier. Er hat sie aber in diesem winzigen Ort nicht gleich gefunden und ist der Seitenstra\u00dfe, in welcher sie liegt, bis tief in die Berge hinauf gefolgt, wo er dann schon so hoch war, dass er praktisch am Ende der Stra\u00dfe vor einem Gletscher stand. Erst dann hat er gemerkt, dass hier etwas nicht stimmen kann. Wieder zur\u00fcck war er so pitschnass, dass der Herbergsvater mit ihm ein Erbarmen hatte und den Heizungsraum aufsperrte, wo er seine gesamte Ausr\u00fcstung trocknen kann. Der Deutsche meint dann noch, dass er so lange keinen Schritt vor die T\u00fcre machen wird, bis der Regen dauerhaft aufgeh\u00f6rt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es gerade hier so viel regnet, ist f\u00fcr Atlan nicht verwunderlich, weil wir ja hier in der N\u00e4he der Hurtigroutenstadt BERGEN sind. Die ist mit 270 Tagen Regen im Jahr die regenreichste Stadt Europas. Atlan fragt sich nur wie irgendjemand auf die Idee kommen konnte sich an diesem unfreundlichen Ort anzusiedeln.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"895\" height=\"822\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PAJ-Route-9.8.2024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1342\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PAJ-Route-9.8.2024.png 895w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PAJ-Route-9.8.2024-300x276.png 300w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/PAJ-Route-9.8.2024-768x705.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 895px) 100vw, 895px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">unsere Tagesetappe<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als wir am Morgen gegen 10:00 Uhr wegfahren, regnet es bereits wieder genauso wie gestern. 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In BALESTRAND ist auf GOOGLE und auf unserer Karte eine F\u00e4hrverbindung eingezeichnet aber als wir dort ankommen m\u00fcssen wir leider feststellen, dass diese F\u00e4hre nur am Morgen Fahrzeuge transportiert und f\u00fcr den Rest des Tages nur Passagiere. Die F\u00e4hre, welche wir brauchen, legt in DRAKSVIK an. Diese F\u00e4hre ist insofern was Besonderes, als sie im Dreiecksverkehr in der Reihenfolge DRAKSVIK \u2013 HELLA \u2013 VANGSNES f\u00e4hrt. Als die F\u00e4hre ergo das erste Mal anlegt m\u00fcssen wir im Schiff bleiben und fahren erst bei VANGSNES raus. Danach gehts wieder einmal in Landesinnere aber diesmal in alpine H\u00f6hen. Leider ist Atlans Navi kaputt den er h\u00e4tte gerne gewusst in welche H\u00f6hen wird da raufgekommen sind. Bei dichtem Regen und im Dunst der Wolken fahren wir durch ein alpines Wintersportgebiet. Bei Sonnenlicht h\u00e4tte das sicherlich wundervoll ausgesehen. 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Schlie\u00dflich rei\u00dft Atlan die Geduld und er parkt sich vor einem Hotel ein (Voss Fjell Hotel &amp; Restaurant bei VINJE, 176 km nach F\u00f6rde), geht zur Rezeption und sagt: \u201e I am sorry but we are now since about more than 100km looking for a coffeehaus but cannot find any. Is it possible to have a coffee here?\u201c Der arabisch aussehende Concierge l\u00e4chelt verst\u00e4ndnisvoll und meint: \u201cYes, I know \u2013 come with me.\u201d Er f\u00fchrt Atlan in einen holzget\u00e4felten Speisesaal, wo eine Kaffeemaschine steht und ihm einen Kaffee runterdr\u00fcckt. Atlan sagt ihm noch, dass er seine Frau holen werde und hat dann Hemmungen, tropfnass wie seine Regenkleidung nun mal ist, den Saal zu betreten, da wo er geht und steht er eine gro\u00dfe Lacke Wasser hinterl\u00e4sst. Das scheint den Mann aber nicht zu st\u00f6ren. Der Mann l\u00e4sst uns allein und wir genie\u00dfen unseren Kaffee. Mara will dann noch auf die Toilette gehen. Die befindet sich im Keller und es gibt kein WC-Papier. Auf die Frage, wo dieses sei, meint der Concierge, dass sie die Toilette des Personals benutzen solle. Dort gibt\u2019s zwar WC-Papier aber kein Sp\u00fclwasser. Es gibt eine Wasserflasche daneben, welche man ins WC-leeren kann! Das Ganze mache einen sehr ehemaligen Eindruck und uns scheint, als ob das Hotel im Moment auch keine G\u00e4ste h\u00e4tte. Sp\u00e4ter kommen wir am TVINDEFOSSEN vorbei. Ein Wasserfall so spektakul\u00e4r, dass wir trotz des Regens stehenbleiben und uns das n\u00e4her ansehen. Es gibt einen eigenen Weg zum Wasserfall, dessen Gischt die ganze Umgebung in nassen Nebel h\u00fcllt. Mara l\u00e4sst es sich nicht nehmen so nahe wie m\u00f6glich heranzugehen. Schlie\u00dflich passiert, was jedem einmal passiert: Wir verfahren uns! Wir sind auf der E13 und bleiben auf der E13 und geraten so in den mit 11,5 km l\u00e4ngsten Tunnel bisher. Zu unserer vollst\u00e4ndigen \u00dcberraschung finden wir uns tief im Berg an einer Kreuzung mit in neonblau beleuchtetem Kreisverkehr wieder. Jetzt w\u00e4re nat\u00fcrlich der ideale Augenblick, dass Mara die Richtung ansagt aber genau in diesem ung\u00fcnstigsten aller Augenblicke gibt ob der andauernden N\u00e4sse unsere Gegensprechanlage w.o.. Es folgt heftiges Klopfen und Deuten, wodurch wir uns rasch wieder synchronisieren k\u00f6nnen. Als Resultat fahren wir geradeaus, \u00fcber eine spektakul\u00e4re Br\u00fccke \u00fcber den HARDANGERFJORD und dann gleich wieder in einen Tunnel. Als uns der irgendwo ausspuckt, funktioniert unsere Gegensprechanlage wieder und wir wissen, dass wir hier v\u00f6llig falsch sind. Das bemerken wir zwar rasch k\u00f6nnen aber wegen des heftigen Verkehrs und der Enge der Stra\u00dfe nicht umkehren und landen in einem Stau. An uns f\u00e4hrt wieder einmal ein Lotsenfahrzeug vorbei gefolgt von einer endlosen Reihe von Autos und Wohnmobilen. 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In TORVIKBYGT m\u00fcssen wir nicht lange warten bis wir an Bord der F\u00e4hre gehen k\u00f6nnen aber der Wind ist so stark, dass Atlan Mara bittet mit ihr zusammen die SOL stabil zu halten. Die F\u00e4hre selbst f\u00e4hrt gar nicht direkt auf das gegen\u00fcberliegende Ufer zu, sondern aufgrund des Windes im 45 Grad-Winkel gegen die Windrichtung, um den Winddruck ausgleichen zu k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite des Fjordes k\u00f6nnen wir eine Gewitter- und Starkregenfront vorbeiziehen sehen. Die Regenfahnen sind \u00fcberdeutlich zu sehen. Gl\u00fccklicherweise ist der Wind so stark, dass diese Regenfront den F\u00e4hrhafen in JONDAL l\u00e4ngst passiert hat, bis wir dort ankommen. Direkt neben dem F\u00e4hrhafen, JONDAL ist ja nicht so gro\u00df, ist eine kleiner Supermarkt, bei welchem wir uns jetzt einparken, und Mara geht Abendessen einkaufen. Danach, es ist bereits gegen 20:30 Uhr, suchen wir uns unsere Unterkunft, welche nur wenige hundert Meter entfernt ist. Wie immer geht Mara hinein und macht das Zimmer klar. Urspr\u00fcnglich hatten wir nur ein Zimmer mit Gemeinschaftsbad und Gemeinschaftstoilette aber der Herbergsvater hat ein Herz und gibt uns sein letztes Zimmer mit eigenem Bad + WC um den gleichen Preis. Atlan muss nur noch um das ganze Geb\u00e4ude herumfahren und auf der anderen Seite parken, womit wir durch den Hintereingang einen k\u00fcrzeren Weg zum Zimmer haben. Dort werden zun\u00e4chst alle Gep\u00e4ckteile unter der Dusche vom Stra\u00dfendreck befreit und die 2 getrennten Betten mit Spannguten aneinandergebunden. Wir stellen die Heizung auf hohe Stufen und k\u00f6nnen so unsere nassen Sachen langsam trockenen. Besonders Maras Schuhe machen Probleme. Wir treffen dort auch einen deutschen Biker, der mit einer etwas \u00e4lteren BMW unterwegs ist. Er hat keine Regenausr\u00fcstung und auch keine Routenplanung. Als er in den Regen kam, suchte er sich einfach die n\u00e4chste Unterkunft \u2013 diese hier. Er hat sie aber in diesem winzigen Ort nicht gleich gefunden und ist der Seitenstra\u00dfe, in welcher sie liegt, bis tief in die Berge hinauf gefolgt, wo er dann schon so hoch war, dass er praktisch am Ende der Stra\u00dfe vor einem Gletscher stand. Erst dann hat er gemerkt, dass hier etwas nicht stimmen kann. Wieder zur\u00fcck war er so pitschnass, dass der Herbergsvater mit ihm ein Erbarmen hatte und den Heizungsraum aufsperrte, wo er seine gesamte Ausr\u00fcstung trocknen kann. Der Deutsche meint dann noch, dass er so lange keinen Schritt vor die T\u00fcre machen wird, bis der Regen dauerhaft aufgeh\u00f6rt hat. Dass es gerade hier so viel regnet, ist f\u00fcr Atlan nicht verwunderlich, weil wir ja hier in der N\u00e4he der Hurtigroutenstadt BERGEN sind. Die ist mit 270 Tagen Regen im Jahr die regenreichste Stadt Europas. Atlan fragt sich nur wie irgendjemand auf die Idee kommen konnte sich an diesem unfreundlichen Ort anzusiedeln.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1207,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[126,139,22],"tags":[],"class_list":["post-979","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-tourentagebuch-nordkap-tour-2024","category-suedkap_norwegen_2024","category-bike-touren"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=979"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/979\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2481,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/979\/revisions\/2481"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1207"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=979"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=979"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}