{"id":1522,"date":"2022-08-14T16:26:37","date_gmt":"2022-08-14T14:26:37","guid":{"rendered":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/?p=1522"},"modified":"2025-06-12T19:42:24","modified_gmt":"2025-06-12T17:42:24","slug":"tag-31-sonntag-14-august-abschied-von-den-bergen-ab-nach-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/2022\/08\/14\/tag-31-sonntag-14-august-abschied-von-den-bergen-ab-nach-oesterreich\/","title":{"rendered":"Tag 31 \u2013 Abschied von den Bergen \u2013 ab nach \u00d6STERREICH"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-7387b849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schilderung Atlan<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl wir deJuro morgen auch noch auf Urlaub sind, endet unsere fantastische Tour realistisch gesehen heute an der Autoverladestelle in FELDKIRCH. Das ist uns bewusst also werden wir ohne Eile am heutigen Morgen zum Fr\u00fchst\u00fcck gehen. Danach hole ich die SOL und parke sie vor dem Hotel auf der anderen Stra\u00dfenseite und zusammen mit Mara beladen wir sie mit einem Gep\u00e4ckst\u00fcck nach dem anderen. Es ist noch nicht viel Verkehr auf der Stra\u00dfe, als wir die 22 Km hinauf zum SUSTENPASS fahren. Es ist eine schweigsame Fahrt und das Gespr\u00e4ch via Helmfunk will nicht so recht in Gang kommen. Auf der Passh\u00f6he bleiben wir nicht stehen und fahren sofort durch den Tunnel und Richtung WASSEN ab. Wieder einmal haben wir bei fast wolkenlosem Himmel eine fantastische Sicht ins Tal. Auf dem Weg hinunter k\u00f6nnen wir die Reste des alten Saumpfades erkennen, der heute nur noch von Wanderern und Mountainbikern benutzt wird. In WASSEN k\u00f6nnten wir jetzt auf die Autobahn auffahren aber wir bevorzugen die Bundesstra\u00dfe und k\u00f6nnen dabei sehen wie auf der Autobahn in Richtung S\u00fcden viele Kilometer lang die Autos im Stau stehen. Ich bin diese Strecke schon einigem Male gefahren und wei\u00df deshalb genau, wohin ich mich wenden soll. Trotzdem haben wir das Navi programmiert. In ALTDORF biegen wir Richtung KLAUSENPASS ab aber jene Konditorei\/B\u00e4ckerei, wo ich normalerweise immer Pause mache, hat heute geschlossen. Also fahren wir weiter und beschlie\u00dfen irgendwo am KLAUSENPASS unseren Vormittagskaffee zu genie\u00dfen. Die Auffahrt zum Pass ist etwas nervig, weil wir immer wieder Autofahrer vor uns haben, welche offensichtlich nicht einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wie breit ihr Fahrzeug ist. Als ich einen dieser Tr\u00f6dler bergauf \u00fcberholen will, weicht dieser \u00fcberm\u00e4\u00dfig einem Radfahrer aus und dr\u00e4ngt und beinahe in den Abgrund. Routiniert bremse ich ab, hupe den Typen aber dann kr\u00e4ftig ins Geh\u00f6r. Mara meint noch, ich solle mich nicht \u00e4rgern, denn das w\u00fcrde dem Mann egal sein. Ich aber erwidere, dass der es ruhig merken soll, dass jemand w\u00fctend ist auf ihn. Eventuell lernt er ja was daraus. Ein paar hundert Meter beschleunigt der Autofahrer dann tats\u00e4chlich auf ca. 40 bis 50 km\/h, was eigentlich immer noch zu wenig ist, wird dann aber wieder langsamer und wir k\u00f6nnen ihn dann endlich \u00fcberholen. Die Stra\u00dfe hinauf zum KLAUSENPASS ist selbst heute, nachdem sie offensichtlich ausgebaut und ein wenig verbreitert wurde, immer noch sehr eng. Womit wir aber sicherlich nicht gerechnet h\u00e4tten, war, dass wir an einer engen, un\u00fcbersichtlichen Stelle pl\u00f6tzlich 3 Gro\u00dfraumreisebussen begegnen, die sich m\u00fchsam da den Berg hinunterqu\u00e4len. Es gibt einige Stellen wo es sich lohnen w\u00fcrde f\u00fcr ein paar Fotos stehen zu bleiben, z.B. um den spektakul\u00e4ren ST\u00c4UBIFALL zu fotografieren aber wir wollen jetzt erstmal einen Kaffee haben und mit dem Flugzeugtr\u00e4ger ordentlich zu parken ist ja auch ziemlich m\u00fchsam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir bleiben deshalb auch erst auf der Passh\u00f6he stehen und konsumieren unseren Vormittagskaffee an einem Selbstbedienungskaffeehaus. Uns ist bewusst, dass dies der letzte Pass unseres Urlaubs sein wird. Irgendwie bin ich aber auch ein wenig froh dar\u00fcber und freue mich auf mein Bett zuhause, denn ich f\u00fchlte mich praktisch w\u00e4hrend des gesamten Urlaubs immer ein wenig ersch\u00f6pft. Selbst an den Pausentagen haben sind wir weite Touren gefahren. In GLARUS bleiben wir kurz stehen und machen uns die Rei\u00dfverschl\u00fcsse unserer Jacken auf, denn wir verlassen jetzt die Berge und es ist herunten im Tal hei\u00df und schw\u00fcl. Danach geht es auf die Autobahn und mit Tempo 90 km\/h tuckern wir Richtung \u00d6STERREICH. LICHTENSTEIN und die M\u00f6glichkeit jetzt doch einmal den MALBUN zu besuchen, lassen wir aus. Geleitet vom Navi erreichen wir schlie\u00dflich den Bahnhof von FELDKIRCH. Dort kann man seit letztem Jahr nicht mehr vor dem Bahnhofsgeb\u00e4ude parken und so m\u00fcssen wir unsere treue SOL in einer Sackgasse abstellen, um in einem Bahnhofsrestaurant etwas zu essen. Franz. Wurst, K\u00e4se, Brot und Wein schmecken zwar exzellent aber nach einem Monat haben wir uns daran abgegessen und wollen jetzt mal einen anderen Geschmack auf der Zunge haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssten jetzt mind. 5 Stunden hier tatenlos herumsitzen, um auf das Verladen des Motorrads zu warten. Da habe ich eine bessere Idee: Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir erstmal tanken und dann fahren wir ein wenig im VORARLBERG herum und erklimmen noch ein paar weitere P\u00e4sse. Wir konfigurieren das Navi so, dass wir Autobahnen von der Kalkulation ausgeschlossen sind, landen aber dann doch auf der Arlberg-Schnellstra\u00dfe, weil es hinauf auf den ARLBERG hinauf gar keine Autobahn gibt. Die Stra\u00dfen rund um den ARLBERG haben sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich ge\u00e4ndert. Ich kann mich noch an die legend\u00e4re, steile, enge Bundesstra\u00dfe erinnern, die ich selbst als junger Mann gefahren bin. Heute sind alle kritischen Stellen schwerlastverkehroptimiert und langweilig ausgebaut. Wir \u00fcberqueren den ARLBERG, drehen dann um und fahren hoch zum FLEXENPASS, wobei wir die sehenswerte Lawinenverbauung zwischen LECH und Z\u00dcRS durchfahren. Danach bleiben wir in LECH stehen und orientieren uns erstmal. Wir beschlie\u00dfen \u00fcber den HOCHTANNBERG und das FURKAJOCH zur\u00fcck nach FELDKIRCH zu fahren wo. Dort ist endg\u00fcltig Schluss f\u00fcr heute. Wir stellen unsere brave SOL ab, holen alles, was n\u00f6tig ist aus dem Gep\u00e4ck heraus und warten dann, bis die Verladung der Motorr\u00e4der beginnt. Wir kommen dabei mit einem Ehepaar ins Gespr\u00e4ch, welches ebenfalls gerade seinen Motorradurlaub beendet und zur\u00fcck nach WIEN f\u00e4hrt. Er ist ein pensionierter Lehrer aus KLOSTERNEUBURG und hat im Jahr 2003 binnen 8 Wochen zusammen mit seinem Sohn auf einem Tandem das NORDKAP erreicht. Eine bemerkenswerte Leistung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine unserer Idee vor Antritt der Reise war, dass wir auf diversen P\u00e4ssen eine kleine Flasche Sekt \u00f6ffnen und ansto\u00dfen. Das hat sich dann aber aus naheliegenden Gr\u00fcnden er\u00fcbrigt und von den 3 urspr\u00fcnglich mitgenommenen Flaschen war immer noch eine \u00fcbrig. Obwohl der Sekt warm ist, sto\u00dfen wir auf die wunderbare Reise an, welche wir gerade beenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann sehe ich, dass die OEBB-Bediensteten schon dabei sind alle Formalit\u00e4ten abzuarbeiten, welche vor dem Verladen n\u00f6tig sind. Ich stelle mich ergo mit der SOL ebenfalls dazu und werde als einer der Ersten abgefertigt. Eventuell wegen des Sekts und meiner M\u00fcdigkeit versch\u00e4tze ich mich aber im Winkel, mit dem ich die Verladerampe anfahren muss, biege zu fr\u00fch ein und krache mit dem Helm an einen Stahltr\u00e4ger. Bums \u2013 ich falle wie ein Stein mit der SOL um. Mir ist nichts passiert und ich kann auch auf der SOL keinen offensichtlichen Schaden erkennen. Alle anwesenden Motorradfahrer eilen sofort herbei, um mir beim Aufstellen des Bikes zu helfen. Mein Stolz ist wieder einmal angekratzt und ich \u00e4rgere mich enorm \u00fcber mich selbst, denn ich habe dieses Man\u00f6ver schon sehr oft ohne Probleme bew\u00e4ltigt. Ich h\u00e4tte es besser gewusst und besser machen k\u00f6nnen. Es tr\u00f6stet mich auch nicht, dass dem nachfolgenden Biker das gleiche passiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T31_1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3118\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T31_1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T31_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T31_1-768x576.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T31_1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T31_1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T31_1-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die SOL festgebunden ist, packen wir all unsere Sachen und gehen vor zum Bahnhof und warten auf den Zug. Ich muss nochmal raschen Fu\u00dfes zur\u00fcck, denn ich habe mein Handy in der Aufh\u00e4ngung des Tankrucksacks eingeklemmt und dann vergessen mitzunehmen. Als die Waggons mit den Fahrzeugen auf einem Parallelgeleis abgestellt werden sehen wir, dass bei einer HARLEY und bei 2 Autos die Alarmanlage nicht abgedreht wurde, die jetzt heftig protestiert. Am\u00fcsiert k\u00f6nnen wir sehen, wie der HARLEY-Besitzer hektisch mit seinem Handy im Internet nach der Bedienungsanleitung sucht in dem steht, wie man das Ding abdreht. Es will es dann \u201egleich\u201c abdrehen. Ich wei\u00df aber, dass er bis WIEN dazu keine Gelegenheit mehr haben wird. Habe ich es richtig verstanden, dass ihm das gleiche schon bei der Anreise passiert ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">HowEver: Der Zug kommt p\u00fcnktlich, wir finden rasch unsere Schlafwagenabteile, wo die Betten schon heruntergeklappt sind, und richten uns da so gut es geht ein. Mara schl\u00e4ft unten, ich oben und ich verstaue auch alles Gep\u00e4ck und Motorradklamotten so, dass sie nicht im Weg sind. Man bekommt eine ganze Reihe n\u00fctzlicher Dinge mit dem Schlafwagen mitgeliefert: Augenbinden, Ohrst\u00f6psel, Patschen, Handt\u00fccher und auch ein paar Knabbereien und eine kleine Flasche Sekt. Auch diese beiden Flaschen leeren wir, f\u00fcllen die Formulare\/Bestellungen f\u00fcrs morgige Fr\u00fchst\u00fcck aus (das hat am n\u00e4chsten Tag noch nie vollst\u00e4ndig geklappt) und essen dann noch eine Portion Gulaschsuppe mit Schwarzbrot aus der Zugk\u00fcche. Obwohl mir die viel zu s\u00fc\u00df ist, genie\u00dfe ich den Geschmack. Wir haben kaum den ARLBERG hinter uns gebracht, da verziehen wir uns schon in unsere Betten und schlafen ein. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-7387b849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schilderung Atlan Obwohl wir deJuro morgen auch noch auf Urlaub sind, endet unsere fantastische Tour realistisch gesehen heute an der Autoverladestelle in FELDKIRCH. Das ist uns bewusst also werden wir ohne Eile am heutigen Morgen zum Fr\u00fchst\u00fcck gehen. Danach hole ich die SOL und parke sie vor dem Hotel auf der anderen Stra\u00dfenseite und zusammen mit Mara beladen wir sie mit einem Gep\u00e4ckst\u00fcck nach dem anderen. Es ist noch nicht viel Verkehr auf der Stra\u00dfe, als wir die 22 Km hinauf zum SUSTENPASS fahren. Es ist eine schweigsame Fahrt und das Gespr\u00e4ch via Helmfunk will nicht so recht in Gang kommen. Auf der Passh\u00f6he bleiben wir nicht stehen und fahren sofort durch den Tunnel und Richtung WASSEN ab. Wieder einmal haben wir bei fast wolkenlosem Himmel eine fantastische Sicht ins Tal. Auf dem Weg hinunter k\u00f6nnen wir die Reste des alten Saumpfades erkennen, der heute nur noch von Wanderern und Mountainbikern benutzt wird. In WASSEN k\u00f6nnten wir jetzt auf die Autobahn auffahren aber wir bevorzugen die Bundesstra\u00dfe und k\u00f6nnen dabei sehen wie auf der Autobahn in Richtung S\u00fcden viele Kilometer lang die Autos im Stau stehen. Ich bin diese Strecke schon einigem Male gefahren und wei\u00df deshalb genau, wohin ich mich wenden soll. Trotzdem haben wir das Navi programmiert. In ALTDORF biegen wir Richtung KLAUSENPASS ab aber jene Konditorei\/B\u00e4ckerei, wo ich normalerweise immer Pause mache, hat heute geschlossen. Also fahren wir weiter und beschlie\u00dfen irgendwo am KLAUSENPASS unseren Vormittagskaffee zu genie\u00dfen. Die Auffahrt zum Pass ist etwas nervig, weil wir immer wieder Autofahrer vor uns haben, welche offensichtlich nicht einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wie breit ihr Fahrzeug ist. Als ich einen dieser Tr\u00f6dler bergauf \u00fcberholen will, weicht dieser \u00fcberm\u00e4\u00dfig einem Radfahrer aus und dr\u00e4ngt und beinahe in den Abgrund. Routiniert bremse ich ab, hupe den Typen aber dann kr\u00e4ftig ins Geh\u00f6r. Mara meint noch, ich solle mich nicht \u00e4rgern, denn das w\u00fcrde dem Mann egal sein. Ich aber erwidere, dass der es ruhig merken soll, dass jemand w\u00fctend ist auf ihn. Eventuell lernt er ja was daraus. Ein paar hundert Meter beschleunigt der Autofahrer dann tats\u00e4chlich auf ca. 40 bis 50 km\/h, was eigentlich immer noch zu wenig ist, wird dann aber wieder langsamer und wir k\u00f6nnen ihn dann endlich \u00fcberholen. Die Stra\u00dfe hinauf zum KLAUSENPASS ist selbst heute, nachdem sie offensichtlich ausgebaut und ein wenig verbreitert wurde, immer noch sehr eng. Womit wir aber sicherlich nicht gerechnet h\u00e4tten, war, dass wir an einer engen, un\u00fcbersichtlichen Stelle pl\u00f6tzlich 3 Gro\u00dfraumreisebussen begegnen, die sich m\u00fchsam da den Berg hinunterqu\u00e4len. Es gibt einige Stellen wo es sich lohnen w\u00fcrde f\u00fcr ein paar Fotos stehen zu bleiben, z.B. um den spektakul\u00e4ren ST\u00c4UBIFALL zu fotografieren aber wir wollen jetzt erstmal einen Kaffee haben und mit dem Flugzeugtr\u00e4ger ordentlich zu parken ist ja auch ziemlich m\u00fchsam. Wir bleiben deshalb auch erst auf der Passh\u00f6he stehen und konsumieren unseren Vormittagskaffee an einem Selbstbedienungskaffeehaus. Uns ist bewusst, dass dies der letzte Pass unseres Urlaubs sein wird. Irgendwie bin ich aber auch ein wenig froh dar\u00fcber und freue mich auf mein Bett zuhause, denn ich f\u00fchlte mich praktisch w\u00e4hrend des gesamten Urlaubs immer ein wenig ersch\u00f6pft. Selbst an den Pausentagen haben sind wir weite Touren gefahren. In GLARUS bleiben wir kurz stehen und machen uns die Rei\u00dfverschl\u00fcsse unserer Jacken auf, denn wir verlassen jetzt die Berge und es ist herunten im Tal hei\u00df und schw\u00fcl. Danach geht es auf die Autobahn und mit Tempo 90 km\/h tuckern wir Richtung \u00d6STERREICH. LICHTENSTEIN und die M\u00f6glichkeit jetzt doch einmal den MALBUN zu besuchen, lassen wir aus. Geleitet vom Navi erreichen wir schlie\u00dflich den Bahnhof von FELDKIRCH. Dort kann man seit letztem Jahr nicht mehr vor dem Bahnhofsgeb\u00e4ude parken und so m\u00fcssen wir unsere treue SOL in einer Sackgasse abstellen, um in einem Bahnhofsrestaurant etwas zu essen. Franz. Wurst, K\u00e4se, Brot und Wein schmecken zwar exzellent aber nach einem Monat haben wir uns daran abgegessen und wollen jetzt mal einen anderen Geschmack auf der Zunge haben. Wir m\u00fcssten jetzt mind. 5 Stunden hier tatenlos herumsitzen, um auf das Verladen des Motorrads zu warten. Da habe ich eine bessere Idee: Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir erstmal tanken und dann fahren wir ein wenig im VORARLBERG herum und erklimmen noch ein paar weitere P\u00e4sse. Wir konfigurieren das Navi so, dass wir Autobahnen von der Kalkulation ausgeschlossen sind, landen aber dann doch auf der Arlberg-Schnellstra\u00dfe, weil es hinauf auf den ARLBERG hinauf gar keine Autobahn gibt. Die Stra\u00dfen rund um den ARLBERG haben sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich ge\u00e4ndert. Ich kann mich noch an die legend\u00e4re, steile, enge Bundesstra\u00dfe erinnern, die ich selbst als junger Mann gefahren bin. Heute sind alle kritischen Stellen schwerlastverkehroptimiert und langweilig ausgebaut. Wir \u00fcberqueren den ARLBERG, drehen dann um und fahren hoch zum FLEXENPASS, wobei wir die sehenswerte Lawinenverbauung zwischen LECH und Z\u00dcRS durchfahren. Danach bleiben wir in LECH stehen und orientieren uns erstmal. Wir beschlie\u00dfen \u00fcber den HOCHTANNBERG und das FURKAJOCH zur\u00fcck nach FELDKIRCH zu fahren wo. Dort ist endg\u00fcltig Schluss f\u00fcr heute. Wir stellen unsere brave SOL ab, holen alles, was n\u00f6tig ist aus dem Gep\u00e4ck heraus und warten dann, bis die Verladung der Motorr\u00e4der beginnt. Wir kommen dabei mit einem Ehepaar ins Gespr\u00e4ch, welches ebenfalls gerade seinen Motorradurlaub beendet und zur\u00fcck nach WIEN f\u00e4hrt. Er ist ein pensionierter Lehrer aus KLOSTERNEUBURG und hat im Jahr 2003 binnen 8 Wochen zusammen mit seinem Sohn auf einem Tandem das NORDKAP erreicht. Eine bemerkenswerte Leistung. Eine unserer Idee vor Antritt der Reise war, dass wir auf diversen P\u00e4ssen eine kleine Flasche Sekt \u00f6ffnen und ansto\u00dfen. Das hat sich dann aber aus naheliegenden Gr\u00fcnden er\u00fcbrigt und von den 3 urspr\u00fcnglich mitgenommenen Flaschen war immer noch eine \u00fcbrig. Obwohl der Sekt warm ist, sto\u00dfen wir auf die wunderbare Reise an, welche wir gerade beenden. Dann sehe ich, dass die OEBB-Bediensteten schon dabei sind alle Formalit\u00e4ten abzuarbeiten, welche vor dem Verladen n\u00f6tig sind. Ich stelle mich ergo mit der SOL ebenfalls dazu und werde als einer der Ersten abgefertigt. Eventuell wegen des Sekts und meiner M\u00fcdigkeit versch\u00e4tze ich mich aber im Winkel, mit dem ich die Verladerampe anfahren muss, biege zu fr\u00fch ein und krache mit dem Helm an einen Stahltr\u00e4ger. Bums \u2013 ich falle wie ein Stein mit der SOL um. Mir ist nichts passiert und ich kann auch auf der SOL keinen offensichtlichen Schaden erkennen. Alle anwesenden Motorradfahrer eilen sofort herbei, um mir beim Aufstellen des Bikes zu helfen. Mein Stolz ist wieder einmal angekratzt und ich \u00e4rgere mich enorm \u00fcber mich selbst, denn ich habe dieses Man\u00f6ver schon sehr oft ohne Probleme bew\u00e4ltigt. Ich h\u00e4tte es besser gewusst und besser machen k\u00f6nnen. Es tr\u00f6stet mich auch nicht, dass dem nachfolgenden Biker das gleiche passiert. Als die SOL festgebunden ist, packen wir all unsere Sachen und gehen vor zum Bahnhof und warten auf den Zug. Ich muss nochmal raschen Fu\u00dfes zur\u00fcck, denn ich habe mein Handy in der Aufh\u00e4ngung des Tankrucksacks eingeklemmt und dann vergessen mitzunehmen. Als die Waggons mit den Fahrzeugen auf einem Parallelgeleis abgestellt werden sehen wir, dass bei einer HARLEY und bei 2 Autos die Alarmanlage nicht abgedreht wurde, die jetzt heftig protestiert. Am\u00fcsiert k\u00f6nnen wir sehen, wie der HARLEY-Besitzer hektisch mit seinem Handy im Internet nach der Bedienungsanleitung sucht in dem steht, wie man das Ding abdreht. Es will es dann \u201egleich\u201c abdrehen. Ich wei\u00df aber, dass er bis WIEN dazu keine Gelegenheit mehr haben wird. Habe ich es richtig verstanden, dass ihm das gleiche schon bei der Anreise passiert ist? HowEver: Der Zug kommt p\u00fcnktlich, wir finden rasch unsere Schlafwagenabteile, wo die Betten schon heruntergeklappt sind, und richten uns da so gut es geht ein. Mara schl\u00e4ft unten, ich oben und ich verstaue auch alles Gep\u00e4ck und Motorradklamotten so, dass sie nicht im Weg sind. Man bekommt eine ganze Reihe n\u00fctzlicher Dinge mit dem Schlafwagen mitgeliefert: Augenbinden, Ohrst\u00f6psel, Patschen, Handt\u00fccher und auch ein paar Knabbereien und eine kleine Flasche Sekt. Auch diese beiden Flaschen leeren wir, f\u00fcllen die Formulare\/Bestellungen f\u00fcrs morgige Fr\u00fchst\u00fcck aus (das hat am n\u00e4chsten Tag noch nie vollst\u00e4ndig geklappt) und essen dann noch eine Portion Gulaschsuppe mit Schwarzbrot aus der Zugk\u00fcche. Obwohl mir die viel zu s\u00fc\u00df ist, genie\u00dfe ich den Geschmack. 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