{"id":1486,"date":"2022-07-27T15:41:19","date_gmt":"2022-07-27T13:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/?p=1486"},"modified":"2025-06-10T16:44:47","modified_gmt":"2025-06-10T14:44:47","slug":"tag-13-mittwoch-27-juli-2022-gorges-du-verdon-stau-in-nizza-und-ein-kellerabteil-in-biot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/2022\/07\/27\/tag-13-mittwoch-27-juli-2022-gorges-du-verdon-stau-in-nizza-und-ein-kellerabteil-in-biot\/","title":{"rendered":"Tag 13 &#8211; GORGES DU VERDON, Stau in NIZZA und ein Kellerabteil in BIOT"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Schilderung Atlan<\/p>\n\n\n\n<p>Der heutige Tag wird im Endresultat einer der weniger sch\u00f6nen Tage werden. Daran hat niemand Schuld \u2013 shit happens eben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei begann der Tag so sch\u00f6n: Wie vereinbart l\u00e4utet der Besitzer die Glocke an der T\u00fcr und stellt den Korb mit dem Fr\u00fchst\u00fcck ab. Kaffee k\u00f6nnen wir uns selbst machen und so sitzen wir auf Barsessel in der K\u00fcche und konsumieren entspannt ein wunderbares Fr\u00fchst\u00fcck mit Allem, was dazugeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_5-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2790\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_5-scaled.jpg 1920w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_5-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Danach gehe ich die SOL holen und stelle sie direkt vor dem Eingang des Apartments ab. Die Stra\u00dfe ist mit Steinplatten gepflastert und neigt sich leicht zur Stra\u00dfenmitte, wo der Regen abflie\u00dft. Das Beladen funktioniert wunderbar aber je mehr Gep\u00e4ck wir aufladen umso mehr geht die SOL in die Federung, denn ich habe sie auf Minimum gestellt. Als dann auch noch Mara aufsteigt, ich mich einen Augenblick wegdrehe und Mara eine ungl\u00fcckliche Bewegung macht bekommt die SOL endg\u00fcltig das \u00dcbergewicht und f\u00e4llt nach rechts um. Alles, was ich noch wahrnehmen kann, ist ein entsetzter, lauter Schrei von Mara zu einem Zeitpunkt als die SOL bereits 30% Schlagseite hat. Wenn die 500 Kilo fallen, fallen sie und niemand kann sie mehr aufhalten. Mara ist zerknirscht, weil sie glaubt, dass sie das Bike umgeschmissen hat. Ich versuche sie zu beruhigen. Ich sehe die Ursache eher bei mir, denn ich h\u00e4tte wissen m\u00fcssen, dass die SOL mit allem Gep\u00e4ck und Mara bei Federeinstellung \u201eMinimum\u201c nicht mehr stabil steht. Mara ist zum Gl\u00fcck nix passiert aber mein Seitenkoffer ist jetzt an einer Stelle eingedr\u00fcckt. SCH\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir uns vom Schreck erholt hatten und das Bike wieder steht, steigen wie erneut auf, starten und fahren los Richtung MANOSQUE, wo wir zuerst einmal einen Supermarkt besuchen, um unsere Vorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen. Da ich genau wei\u00df, wo der Supermarkt ist, finde ich ihn leicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach fahren wir Richtung VINON-SUR-VERDON, wo ich sehen kann, dass die Herberge \u201eAuberge de La Table Ronde\u201c wieder offen hat. Als ich 2013 das erste Mal in der Gegend war, habe ich dort \u00fcbernachtet. Der Wirt war sehr zuvorkommen und freundlich. So gab es damals wegen Arbeiten an der \u00f6rtlichen Wasserversorgung kein Wasser und mit den letzten Tropfen wurde damals mein morgentlicher Kaffee gebraut. Sp\u00e4ter hatte er immer geschlossen \u2013 u.U. wegen der COVID-19-Pandemie. Da ITER nur ein paar Kilometer entfernt ist, fahren wir hin. Leider habe ich keine F\u00fchrung zu einem passenden Zeitpunkt erhalten. Die Public-Relation-Mitarbeiterin konnte sich noch an mich erinnern. Schade! Wir werden wohl fr\u00fchestens das n\u00e4chste Mal an ITER vorbeikommen, wenn es in Betrieb ist. So fahren wir nur am Zaun entlang doch selbst hier kann man die gewaltigen Ausma\u00dfe der Bauten und des Gel\u00e4ndes erahnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_4-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2789\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_4-768x1024.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_4-225x300.jpg 225w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_4-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_4-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_4-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_4-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Dann drehen wir um und fahren Richtung GORGES DU VERDON. Wir bleiben kurz einmal in einer Ausweiche des Canyons stehen, k\u00f6nnen aber nicht allzu viel sehen. Kurz hinter LA PALUD-SUR-VERDON zweigt die ROUTES DES CRETES ab \u2013 eine Panoramastra\u00dfe der Extraklasse. Mara war zwar schon mal vor langer Zeit in der Gegend, aber dies ist neu f\u00fcr sie. Langsam mit maximal 30 km\/h erklimmen wir die gewundene Stra\u00dfe mit H\u00f6hen \u00fcber 1300 Meter und bleiben am \u201eBELVEDERE DE LA CARELLE\u201c stehen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_3-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2788\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_3-scaled.jpg 1920w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_3-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Aussicht flasht Mara total. Wir k\u00f6nnen Geier sehen wie sie unter und ober uns kreisen und neben uns steht ein Mann mit einem beeindruckenden Teleskop. Wir d\u00fcrfen mal durchsehen und k\u00f6nnen auf der Gegen\u00fcberliegenden Seite des Canyons auf einer Klippe das Nest einer Geierfamilie sehen inkl. der halbw\u00fcchsigen Jungen. Wir bleiben noch 1 oder 2 x stehen und bewundern die Aussicht. In der Ferne k\u00f6nnen wir die wei\u00dfen Rauchwolken eines Waldbrandes erkennen. Sp\u00e4ter, w\u00e4hrend der Weiterfahrt nahe dem Ausgang der Schlucht kommen uns die Feuerwehrfahrzeuge entgegen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_2-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2786\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_2-768x576.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_2-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_2-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_2-1140x855.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Selbst ich, der ich jetzt den Anblick der GORGES DU VERDON schon mehrfach habe genie\u00dfen d\u00fcrfen bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Als wir den Scheitelpunkt der Stra\u00dfe \u00fcberqueren und direkt am Abgrund entlang fahren passiert schlie\u00dflich etwas, was sp\u00e4ter zum running Gag wird: Mara sag via Helmfunk in einem eher gelangweilten, beil\u00e4ufigen und ruhigen Ton:\u201c Ich hab grad a bissi Stress\u201c. Als ich ebenfalls ruhig nachfrage: \u201eWarum denn?\u201c meint sie in einem Tonfall, den man benutzen w\u00fcrde, um z.B. zu sagen: \u201edie Sonne scheint\u201c: \u201eIch hab Angst weils da so weit runtergeht\u201c. Wir m\u00fcssen ob des Widerspruchs des Tonfalls und der Aussage selbst lauthals lachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil wir schon eine Weile unterwegs sind, wollen wir unseren Vormittagskaffee haben und bleiben in LA PALUT-SUR-VERDON stehen. Das ist gar nicht so einfach, weil die Stra\u00dfe nicht nur absch\u00fcssig ist, sondern auch nach einer Seite hin schr\u00e4g abf\u00e4llt und weil alles zugeparkt ist. Den einzigen Parkplatz, der mir sicher genug erscheint, dass wir problemlos absteigen k\u00f6nnen, ist direkt neben den stinkenden M\u00fclltonnen. Nur 100 Meter weiter ist dieses Selbstbedienungsrestaurant, wo wir ausgiebig Pause machen und neben einem Kaffee auch was essen Wir werden nur durch eine ganze Kohorte von hungrigen Wespen gest\u00f6rt. Ein paar davon sperre ich dann in einer leeren Cola-Dose ein. Nutzt aber nix, denn es sind zu viele. Bevor wir weiterfahren, muss ich erst die SOL so abstellen, dass Mara gefahrlos aufsteigen kann. Seit heute Morgen bin ich da \u00fcbervorsichtig. Das hat zum Ergebnis, dass wir dann zwar beide am Bike sitzen aber ich erstmal ein paar Meter zur\u00fcckrollen muss, bevor ich frei Bahn zum Losfahren habe. Sich mit einem Halbtonner auf 2 R\u00e4dern auf einer absch\u00fcssigen Stra\u00dfe kontrolliert zur\u00fcckrollen zu lassen ist eine \u00dcbung f\u00fcr den Gleichgewichtssinn und f\u00fcr starke Nerven.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir den Canyon Richtung CASTELLANE weiterfahren, erz\u00e4hlt mir Mara wie sie zum ersten Mal den Canyon befahren hat: Vor langer Zeit war sie mit ihrem Gef\u00e4hrten unterwegs, konnte aber nirgends einen Platz auf einem Campingplatz ergattern, bekam aber den Tipp, dass in ein paar Kilometer am Ende der Schlucht ein Campingplatz mit freier Kapazit\u00e4t w\u00e4re. In der D\u00e4mmerung und bei Nacht auf dieser kurvigen Stra\u00dfe unterwegs zu sein ist etwas, was selbst ich nicht so gerne tun m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser n\u00e4chster Stopp ist am Hauptplatz von CASTELLANE. Kaum dort angekommen und die SOL auf einem regul\u00e4ren Parkplatz abgestellt kommt ein Einheimischer und meint, wir sollten doch das Motorrad auf den Gehweg stellen. Das w\u00fcrde niemanden st\u00f6ren. Ich gebe zwar zun\u00e4chst auf Englisch zur\u00fcck, dass, wenn ich das bei mir in der Heimat mache, die Polizei mir eine saftige Strafe aufbrummen w\u00fcrde. Aber dann sehe ich, dass es einen legalen Motorradparkplatz gibt, der sogar noch besser ist und eben kein Autoparkplatz ist. Von dort f\u00fchre ich Mara zur \u201eBoulangerie Collomp\u201c wo es die weltbesten Eclairs gibt. Wir kaufen dort nicht nur diese S\u00fc\u00dfspeisen, sondern auch Brot. Die Verk\u00e4uferin spricht keinerlei Englisch und so kann ich leider nicht mitteilen, dass ich sogar meinem Chef auf seinem Motorradurlaub dieses Gesch\u00e4ft empfohlen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir uns satt gegessen haben, fahren wir via der D4085 weiter Richtung NIZZA. Meine Absicht ist es via der ROUTES NAPOLEON nach CANNES zu kommen und von dort aus die geplante Unterkunft zu erreichen. Weil es zu einer Diskussion kommt, ob wir auf der richtigen Stra\u00dfe sind, aktiviere ich dann das Navi, welches uns aber \u00fcber einen anderen Weg f\u00fchrt: Via D2211 und D2 geht\u2019s in die CLUE DE GREOLIERES und dem PAS DE TOUTES VENTS auf einer Stra\u00dfe mit sagenhaft sch\u00f6nen Aussichten Richtung VENCE und weiter nach CAGNES-SUR-MER. Wir sind schon etwas m\u00fcde, als wir in einer engen Gasse in einem Stau steckenbleiben. Es dauert ewig, bis wir da in Stop-and-Go-Modus durch sind. Nur wenig schneller k\u00f6nnen wir nach diesem Stau weiterfahren und nach vielem dahinzockeln und sehr ersch\u00f6pft finden wir schlie\u00dflich den beschriebenen Parkplatz. Ich bin schon ziemlich fertig und muss f\u00fcr die folgende Aktion auf \u201emilitary mode\u201c umschalten \u2013 sonst h\u00e4tte ich das nicht gepackt: Wie sich herausstellt ist unsere Unterkunft ungef\u00e4hr 500 Meter den Berg steilen hinauf entfernt. Dorthin kann man nicht fahren, man muss zu Fu\u00df gehen und alles schleppen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_6-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2791\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_6-768x1024.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_6-225x300.jpg 225w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_6-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_6-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_6-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_6-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Unterkunft liegt im mittelalterlichen Stadtkern von BIOT und ist eine Art ausgebauter Keller, welcher fr\u00fcher einmal vielleicht ein Stall war. Es sieht sehr malerisch aus, aber drin ist es stickig und hei\u00df. Alles Gep\u00e4ck dahin hoch zu schleppen ist eine Tortour. Mara will ihren Koffer selbst tragen aber ein junger Mann erbarmt sich ihrer und tr\u00e4gt ihn f\u00fcr sie hoch. Ich bin mir sicher: BIOT wurde niemals in mittelalterlichen Kriegen erobert. Der Weg hinauf durch das Stadttor ist so steil, dass man auch ohne Gep\u00e4ck M\u00fche hat da raufzukommen. Die mittelalterlichen Bewohner haben aus ihrem Sicherheitsbed\u00fcrfnis heraus sicherlich ganz bewusst diesen unzug\u00e4nglichen Ort in der Landschaft gew\u00e4hlt. Als alles oben ist, bin ich dem Kollaps nahe. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"712\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_1a-scaled-1-712x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2801\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_1a-scaled-1-712x1024.jpg 712w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_1a-scaled-1-209x300.jpg 209w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_1a-scaled-1-768x1104.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_1a-scaled-1.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 712px) 100vw, 712px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Nachteil des Apartments ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Statt einer versprochenen Klimaanlage gibt es einen Luftentfeuchter. Als Mara den irgendwann zum Laufen bringt (der Kondenswasserbeh\u00e4lter mit einem Volumen von mind. 5 Liter ist voll) zeigt das Display sagenhaft 68% Luftfeuchtigkeit an. Wenn man aber den Luftentfeuchter anschaltet, wird\u2019s zwar trockener (wir haben sp\u00e4ter die Luftfeuchtigkeit bis auf 35% dr\u00fccken k\u00f6nnen) aber die Abw\u00e4rme des Elektromotors heizt die Luft weiter auf \u2013 bei Au\u00dfentemperaturen von mind. 30 Grad zu Mitternacht. Das ist einer der schrecklichsten Unterk\u00fcnfte, welche ich jemals hatte. Mara ist total schuldbewusst, aber ich versuche ihr klarzumachen, dass dies nicht vorhersehbar war. Shit happens eben. Manchmal wie in der letzten Unterkunft, hat man einen Diamanten gebucht \u2013 diesmal haben wir eben nur einen Schotterstein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSome days are diamonds, some days are stones\u201c wie es John Denver schon so treffend ausdr\u00fcckte.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_7-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2792\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_7-768x1024.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_7-225x300.jpg 225w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_7-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_7-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_7-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T13_7-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In einer mittelalterlichen Umgebung zu wohnen mag ja recht romantisch klingen &#8211; die Realit\u00e4t ist jedenfalls schweisstreibend<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorteil der Unterkunft, welche Mara erst nach langem Suchen gefunden hat, weil hier in der Gegend alles Leistbare ausgebucht ist, ist, dass es eine Waschmaschine, einen Geschirrsp\u00fcler und einen K\u00fchlschrank gibt und wir m\u00fcssen ohnehin W\u00e4sche waschen. Weil der Luftentfeuchter so laut ist, schalten wir ihn zun\u00e4chst nicht an, was wir sp\u00e4ter bereuen werden. Als alles Gep\u00e4ck irgendwie verr\u00e4umt ist, stellen wir uns unter die Dusche. Es gibt das \u00fcbliche Set an Handt\u00fcchern aber als die alle pitschnass sind, sind unsere K\u00f6rper um einen Deut trockener \u2013 die Luftfeuchtigkeit ist eben zu hoch und wir trocknen f\u00fcr eine Weile unsere K\u00f6rper mit unseren Schwei\u00dfdr\u00fcsen um die Wette ab \u2013 die Schwei\u00dfdr\u00fcsen gewinnen mit weitem Abstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SOL bekommt jedenfalls maximale Sicherheit: Die Bordalarmanlage wird aktiviert und das Bremsscheibenschloss angelegt, wo ebenfalls der Bewegungssensor aktiviert wird. Wir essen noch auf dem Gartentisch und gehen dann bald ersch\u00f6pft ins Bett, welches sich etwas erh\u00f6ht in einer \u201eNebenh\u00f6hle\u201c befindet, da die gesamte Unterkunft in den Felsen hineingebaut wurde. Mara und ich haben in unserer Urlaubsplanung Reservetage eingebaut, welche noch nicht verbraucht sind. Es ist sofort klar: Hier werden wir nicht l\u00e4nger bleiben als n\u00f6tig was schade ist, denn ich h\u00e4tte gerne mit Mara einen Tag l\u00e4nger das Hinterland der COTE AZURE erkundet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schilderung Atlan Der heutige Tag wird im Endresultat einer der weniger sch\u00f6nen Tage werden. Daran hat niemand Schuld \u2013 shit happens eben. Dabei begann der Tag so sch\u00f6n: Wie vereinbart l\u00e4utet der Besitzer die Glocke an der T\u00fcr und stellt den Korb mit dem Fr\u00fchst\u00fcck ab. Kaffee k\u00f6nnen wir uns selbst machen und so sitzen wir auf Barsessel in der K\u00fcche und konsumieren entspannt ein wunderbares Fr\u00fchst\u00fcck mit Allem, was dazugeh\u00f6rt. Danach gehe ich die SOL holen und stelle sie direkt vor dem Eingang des Apartments ab. Die Stra\u00dfe ist mit Steinplatten gepflastert und neigt sich leicht zur Stra\u00dfenmitte, wo der Regen abflie\u00dft. Das Beladen funktioniert wunderbar aber je mehr Gep\u00e4ck wir aufladen umso mehr geht die SOL in die Federung, denn ich habe sie auf Minimum gestellt. Als dann auch noch Mara aufsteigt, ich mich einen Augenblick wegdrehe und Mara eine ungl\u00fcckliche Bewegung macht bekommt die SOL endg\u00fcltig das \u00dcbergewicht und f\u00e4llt nach rechts um. Alles, was ich noch wahrnehmen kann, ist ein entsetzter, lauter Schrei von Mara zu einem Zeitpunkt als die SOL bereits 30% Schlagseite hat. Wenn die 500 Kilo fallen, fallen sie und niemand kann sie mehr aufhalten. Mara ist zerknirscht, weil sie glaubt, dass sie das Bike umgeschmissen hat. Ich versuche sie zu beruhigen. Ich sehe die Ursache eher bei mir, denn ich h\u00e4tte wissen m\u00fcssen, dass die SOL mit allem Gep\u00e4ck und Mara bei Federeinstellung \u201eMinimum\u201c nicht mehr stabil steht. Mara ist zum Gl\u00fcck nix passiert aber mein Seitenkoffer ist jetzt an einer Stelle eingedr\u00fcckt. SCH\u2026 Nachdem wir uns vom Schreck erholt hatten und das Bike wieder steht, steigen wie erneut auf, starten und fahren los Richtung MANOSQUE, wo wir zuerst einmal einen Supermarkt besuchen, um unsere Vorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen. Da ich genau wei\u00df, wo der Supermarkt ist, finde ich ihn leicht. Danach fahren wir Richtung VINON-SUR-VERDON, wo ich sehen kann, dass die Herberge \u201eAuberge de La Table Ronde\u201c wieder offen hat. Als ich 2013 das erste Mal in der Gegend war, habe ich dort \u00fcbernachtet. Der Wirt war sehr zuvorkommen und freundlich. So gab es damals wegen Arbeiten an der \u00f6rtlichen Wasserversorgung kein Wasser und mit den letzten Tropfen wurde damals mein morgentlicher Kaffee gebraut. Sp\u00e4ter hatte er immer geschlossen \u2013 u.U. wegen der COVID-19-Pandemie. Da ITER nur ein paar Kilometer entfernt ist, fahren wir hin. Leider habe ich keine F\u00fchrung zu einem passenden Zeitpunkt erhalten. Die Public-Relation-Mitarbeiterin konnte sich noch an mich erinnern. Schade! Wir werden wohl fr\u00fchestens das n\u00e4chste Mal an ITER vorbeikommen, wenn es in Betrieb ist. So fahren wir nur am Zaun entlang doch selbst hier kann man die gewaltigen Ausma\u00dfe der Bauten und des Gel\u00e4ndes erahnen. Dann drehen wir um und fahren Richtung GORGES DU VERDON. Wir bleiben kurz einmal in einer Ausweiche des Canyons stehen, k\u00f6nnen aber nicht allzu viel sehen. Kurz hinter LA PALUD-SUR-VERDON zweigt die ROUTES DES CRETES ab \u2013 eine Panoramastra\u00dfe der Extraklasse. Mara war zwar schon mal vor langer Zeit in der Gegend, aber dies ist neu f\u00fcr sie. Langsam mit maximal 30 km\/h erklimmen wir die gewundene Stra\u00dfe mit H\u00f6hen \u00fcber 1300 Meter und bleiben am \u201eBELVEDERE DE LA CARELLE\u201c stehen. Die Aussicht flasht Mara total. Wir k\u00f6nnen Geier sehen wie sie unter und ober uns kreisen und neben uns steht ein Mann mit einem beeindruckenden Teleskop. Wir d\u00fcrfen mal durchsehen und k\u00f6nnen auf der Gegen\u00fcberliegenden Seite des Canyons auf einer Klippe das Nest einer Geierfamilie sehen inkl. der halbw\u00fcchsigen Jungen. Wir bleiben noch 1 oder 2 x stehen und bewundern die Aussicht. In der Ferne k\u00f6nnen wir die wei\u00dfen Rauchwolken eines Waldbrandes erkennen. Sp\u00e4ter, w\u00e4hrend der Weiterfahrt nahe dem Ausgang der Schlucht kommen uns die Feuerwehrfahrzeuge entgegen. Selbst ich, der ich jetzt den Anblick der GORGES DU VERDON schon mehrfach habe genie\u00dfen d\u00fcrfen bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Als wir den Scheitelpunkt der Stra\u00dfe \u00fcberqueren und direkt am Abgrund entlang fahren passiert schlie\u00dflich etwas, was sp\u00e4ter zum running Gag wird: Mara sag via Helmfunk in einem eher gelangweilten, beil\u00e4ufigen und ruhigen Ton:\u201c Ich hab grad a bissi Stress\u201c. Als ich ebenfalls ruhig nachfrage: \u201eWarum denn?\u201c meint sie in einem Tonfall, den man benutzen w\u00fcrde, um z.B. zu sagen: \u201edie Sonne scheint\u201c: \u201eIch hab Angst weils da so weit runtergeht\u201c. Wir m\u00fcssen ob des Widerspruchs des Tonfalls und der Aussage selbst lauthals lachen. Weil wir schon eine Weile unterwegs sind, wollen wir unseren Vormittagskaffee haben und bleiben in LA PALUT-SUR-VERDON stehen. Das ist gar nicht so einfach, weil die Stra\u00dfe nicht nur absch\u00fcssig ist, sondern auch nach einer Seite hin schr\u00e4g abf\u00e4llt und weil alles zugeparkt ist. Den einzigen Parkplatz, der mir sicher genug erscheint, dass wir problemlos absteigen k\u00f6nnen, ist direkt neben den stinkenden M\u00fclltonnen. Nur 100 Meter weiter ist dieses Selbstbedienungsrestaurant, wo wir ausgiebig Pause machen und neben einem Kaffee auch was essen Wir werden nur durch eine ganze Kohorte von hungrigen Wespen gest\u00f6rt. Ein paar davon sperre ich dann in einer leeren Cola-Dose ein. Nutzt aber nix, denn es sind zu viele. Bevor wir weiterfahren, muss ich erst die SOL so abstellen, dass Mara gefahrlos aufsteigen kann. Seit heute Morgen bin ich da \u00fcbervorsichtig. Das hat zum Ergebnis, dass wir dann zwar beide am Bike sitzen aber ich erstmal ein paar Meter zur\u00fcckrollen muss, bevor ich frei Bahn zum Losfahren habe. Sich mit einem Halbtonner auf 2 R\u00e4dern auf einer absch\u00fcssigen Stra\u00dfe kontrolliert zur\u00fcckrollen zu lassen ist eine \u00dcbung f\u00fcr den Gleichgewichtssinn und f\u00fcr starke Nerven. Als wir den Canyon Richtung CASTELLANE weiterfahren, erz\u00e4hlt mir Mara wie sie zum ersten Mal den Canyon befahren hat: Vor langer Zeit war sie mit ihrem Gef\u00e4hrten unterwegs, konnte aber nirgends einen Platz auf einem Campingplatz ergattern, bekam aber den Tipp, dass in ein paar Kilometer am Ende der Schlucht ein Campingplatz mit freier Kapazit\u00e4t w\u00e4re. In der D\u00e4mmerung und bei Nacht auf dieser kurvigen Stra\u00dfe unterwegs zu sein ist etwas, was selbst ich nicht so gerne tun m\u00f6chte. Unser n\u00e4chster Stopp ist am Hauptplatz von CASTELLANE. Kaum dort angekommen und die SOL auf einem regul\u00e4ren Parkplatz abgestellt kommt ein Einheimischer und meint, wir sollten doch das Motorrad auf den Gehweg stellen. Das w\u00fcrde niemanden st\u00f6ren. Ich gebe zwar zun\u00e4chst auf Englisch zur\u00fcck, dass, wenn ich das bei mir in der Heimat mache, die Polizei mir eine saftige Strafe aufbrummen w\u00fcrde. Aber dann sehe ich, dass es einen legalen Motorradparkplatz gibt, der sogar noch besser ist und eben kein Autoparkplatz ist. Von dort f\u00fchre ich Mara zur \u201eBoulangerie Collomp\u201c wo es die weltbesten Eclairs gibt. Wir kaufen dort nicht nur diese S\u00fc\u00dfspeisen, sondern auch Brot. Die Verk\u00e4uferin spricht keinerlei Englisch und so kann ich leider nicht mitteilen, dass ich sogar meinem Chef auf seinem Motorradurlaub dieses Gesch\u00e4ft empfohlen habe. Nachdem wir uns satt gegessen haben, fahren wir via der D4085 weiter Richtung NIZZA. Meine Absicht ist es via der ROUTES NAPOLEON nach CANNES zu kommen und von dort aus die geplante Unterkunft zu erreichen. Weil es zu einer Diskussion kommt, ob wir auf der richtigen Stra\u00dfe sind, aktiviere ich dann das Navi, welches uns aber \u00fcber einen anderen Weg f\u00fchrt: Via D2211 und D2 geht\u2019s in die CLUE DE GREOLIERES und dem PAS DE TOUTES VENTS auf einer Stra\u00dfe mit sagenhaft sch\u00f6nen Aussichten Richtung VENCE und weiter nach CAGNES-SUR-MER. Wir sind schon etwas m\u00fcde, als wir in einer engen Gasse in einem Stau steckenbleiben. Es dauert ewig, bis wir da in Stop-and-Go-Modus durch sind. Nur wenig schneller k\u00f6nnen wir nach diesem Stau weiterfahren und nach vielem dahinzockeln und sehr ersch\u00f6pft finden wir schlie\u00dflich den beschriebenen Parkplatz. Ich bin schon ziemlich fertig und muss f\u00fcr die folgende Aktion auf \u201emilitary mode\u201c umschalten \u2013 sonst h\u00e4tte ich das nicht gepackt: Wie sich herausstellt ist unsere Unterkunft ungef\u00e4hr 500 Meter den Berg steilen hinauf entfernt. Dorthin kann man nicht fahren, man muss zu Fu\u00df gehen und alles schleppen. Die Unterkunft liegt im mittelalterlichen Stadtkern von BIOT und ist eine Art ausgebauter Keller, welcher fr\u00fcher einmal vielleicht ein Stall war. Es sieht sehr malerisch aus, aber drin ist es stickig und hei\u00df. Alles Gep\u00e4ck dahin hoch zu schleppen ist eine Tortour. Mara will ihren Koffer selbst tragen aber ein junger Mann erbarmt sich ihrer und tr\u00e4gt ihn f\u00fcr sie hoch. Ich bin mir sicher: BIOT wurde niemals in mittelalterlichen Kriegen erobert. Der Weg hinauf durch das Stadttor ist so steil, dass man auch ohne Gep\u00e4ck M\u00fche hat da raufzukommen. Die mittelalterlichen Bewohner haben aus ihrem Sicherheitsbed\u00fcrfnis heraus sicherlich ganz bewusst diesen unzug\u00e4nglichen Ort in der Landschaft gew\u00e4hlt. Als alles oben ist, bin ich dem Kollaps nahe. Ein weiterer Nachteil des Apartments ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Statt einer versprochenen Klimaanlage gibt es einen Luftentfeuchter. Als Mara den irgendwann zum Laufen bringt (der Kondenswasserbeh\u00e4lter mit einem Volumen von mind. 5 Liter ist voll) zeigt das Display sagenhaft 68% Luftfeuchtigkeit an. Wenn man aber den Luftentfeuchter anschaltet, wird\u2019s zwar trockener (wir haben sp\u00e4ter die Luftfeuchtigkeit bis auf 35% dr\u00fccken k\u00f6nnen) aber die Abw\u00e4rme des Elektromotors heizt die Luft weiter auf \u2013 bei Au\u00dfentemperaturen von mind. 30 Grad zu Mitternacht. Das ist einer der schrecklichsten Unterk\u00fcnfte, welche ich jemals hatte. Mara ist total schuldbewusst, aber ich versuche ihr klarzumachen, dass dies nicht vorhersehbar war. Shit happens eben. Manchmal wie in der letzten Unterkunft, hat man einen Diamanten gebucht \u2013 diesmal haben wir eben nur einen Schotterstein. \u201eSome days are diamonds, some days are stones\u201c wie es John Denver schon so treffend ausdr\u00fcckte. Der Vorteil der Unterkunft, welche Mara erst nach langem Suchen gefunden hat, weil hier in der Gegend alles Leistbare ausgebucht ist, ist, dass es eine Waschmaschine, einen Geschirrsp\u00fcler und einen K\u00fchlschrank gibt und wir m\u00fcssen ohnehin W\u00e4sche waschen. Weil der Luftentfeuchter so laut ist, schalten wir ihn zun\u00e4chst nicht an, was wir sp\u00e4ter bereuen werden. Als alles Gep\u00e4ck irgendwie verr\u00e4umt ist, stellen wir uns unter die Dusche. Es gibt das \u00fcbliche Set an Handt\u00fcchern aber als die alle pitschnass sind, sind unsere K\u00f6rper um einen Deut trockener \u2013 die Luftfeuchtigkeit ist eben zu hoch und wir trocknen f\u00fcr eine Weile unsere K\u00f6rper mit unseren Schwei\u00dfdr\u00fcsen um die Wette ab \u2013 die Schwei\u00dfdr\u00fcsen gewinnen mit weitem Abstand. Die SOL bekommt jedenfalls maximale Sicherheit: Die Bordalarmanlage wird aktiviert und das Bremsscheibenschloss angelegt, wo ebenfalls der Bewegungssensor aktiviert wird. Wir essen noch auf dem Gartentisch und gehen dann bald ersch\u00f6pft ins Bett, welches sich etwas erh\u00f6ht in einer \u201eNebenh\u00f6hle\u201c befindet, da die gesamte Unterkunft in den Felsen hineingebaut wurde. Mara und ich haben in unserer Urlaubsplanung Reservetage eingebaut, welche noch nicht verbraucht sind. Es ist sofort klar: Hier werden wir nicht l\u00e4nger bleiben als n\u00f6tig was schade ist, denn ich h\u00e4tte gerne mit Mara einen Tag l\u00e4nger das Hinterland der COTE AZURE erkundet.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2789,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[127,128,155,22],"tags":[],"class_list":["post-1486","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-127","category-2022-tourentagebuch-frankreich-tour","category-manosque-ueber-nizza-bis-rezzo","category-bike-touren"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1486"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1486\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2932,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1486\/revisions\/2932"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2789"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}