{"id":1477,"date":"2022-07-23T14:01:22","date_gmt":"2022-07-23T12:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/?p=1477"},"modified":"2025-06-09T20:13:24","modified_gmt":"2025-06-09T18:13:24","slug":"tag-9-samstag-23-juli-2022-fahrt-von-millau-ans-mittelmeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/2022\/07\/23\/tag-9-samstag-23-juli-2022-fahrt-von-millau-ans-mittelmeer\/","title":{"rendered":"Tag 9 \u2013 Fahrt von MILLAU ans Mittelmeer"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Schilderung Atlan<\/p>\n\n\n\n<p>Da wir uns gestern in Punkto \u201ePacken\u201c so gut es ging vorbereitet haben ging es heute sehr schnell: Maras Handy l\u00e4utet p\u00fcnktlich um 07:00 Uhr. Dann ins Badezimmer und WC, teilweise anziehen und Fr\u00fchst\u00fcck. Mara, wie immer, eine volle Mahlzeit, ich lasse mich genussvoll mitrei\u00dfen. Dann beginne ich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck hinauszutragen und aufzuladen.<\/p>\n\n\n\n<p>So passiert das eigentlich jeden Tag. Manchmal hilft mir Mara noch ein wenig, sofern sie nicht anderw\u00e4rtig besch\u00e4ftigt ist. So braucht es z.B. eine Weile wenn sie statt Brillen Kontaktlinsen tragen will um die Kontaktlinsen einzulegen. Wir sind jedenfalls ein gut eingespieltes Team was dazu f\u00fchrt, dass sp\u00e4ter w\u00e4hrend unseres Urlaubs die gesamte Abreiseprozedur weniger als 2 Stunden dauert inkl. ausgiebigem Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch am Abend hat sich mittlerweile eine Routine eingespielt: Ich nehme die Helmfunkger\u00e4te ab und lade sie auf, genauso wie mein Handy \u2013 manchmal auch Maras Handy. Ebenfalls meine Aufgabe ist es, mich um die Getr\u00e4nke des n\u00e4chsten Tages zu k\u00fcmmern: Anfangs 50:50, sp\u00e4ter 30:70 (Fruchtsaft : Mineralwasser) werden die Alu-Flaschen mit Fruchtsaft und Mineralwasser bef\u00fcllt. Ich mag da ein wenig Fruchtsaft drinnen haben, weil mir das w\u00e4hrend der Fahrt dann immer einen kurzzeitigen Kick gibt, Mara mags nicht ganz so s\u00fc\u00df: also 30:70. Sp\u00e4ter mag es ich dann auch nicht mehr so s\u00fc\u00df au\u00dferdem schmecke ich, dass die Fruchtsaft-Mineralwasser-Mischung trotz Kohlens\u00e4ure \u00fcber den Tag etwas zu g\u00e4ren beginnt. Es gibt dann einen leichten bitteren und schalen Nachgeschmack. Jeweils 1 Alu-Thermosflasche wird links und rechts des Topcase befestigt, 2 an Maras Koffer. An meinem Koffer kommt dann noch eine 1,25 bis 1,5 Liter-Flasche \u2013 je nachdem, was verf\u00fcgbar ist. Die w\u00e4rmt sich in der Sonne immer rasch auf weshalb sie auch immer als erstes geleert wird. Beim Abladen des Gep\u00e4cks will ich jedenfalls immer die schweren St\u00fccke tragen. Ich bin ein Mann und deshalb in Punkto K\u00f6rperkraft von Natur aus bevorzugt. Es kann schon sein, dass Mara fit genug ist ihren Koffer zu tragen \u2013 aber es ist sicherlich anstrengender f\u00fcr sie als f\u00fcr mich und es gibt genug leichtere Gep\u00e4ckst\u00fccke zu tragen. Mara, ganz im Geiste von \u201eSelbst ist die Frau\u201c sieht das nicht ganz so was sp\u00e4ter in BIOT zu einer geharnischten Beschwerde\/Ermahnung von meiner Seite f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht hatte es etwas geregnet und jetzt trocknen die Stra\u00dfen auf. Es hat nur angenehme 21 Grad. Wir nehmen fahren wieder in die GORGES DU TARN und folgen ihr bis nach FLORAC. Die Fahrt entlang dieser gewundenen, engen Stra\u00dfe geh\u00f6rt sicherlich zu den sch\u00f6nsten Abschnitten unserer Reise. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1920\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_9-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2711\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_9-scaled.jpg 2560w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_9-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_10-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2712\" srcset=\"https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_10-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_10-300x225.jpg 300w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_10-768x576.jpg 768w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_10-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/motorradjedi.reisen\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frankreichtour_T8_10-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>In FLORAC ist es wieder einmal Zeit f\u00fcr einen Vormittagskaffee. Wir haben Gl\u00fcck, finden einen Parkplatz in Sichtweite eines leeren Kaffeehaustisches unter Kastanienb\u00e4umen. Es ist viel los in diesem Ort und ich kann bemerken, dass wir mit unserem schwer beladenen Motorrad bei unserer Ankunft viele verstohlene Blicke auf uns ziehen. W\u00e4hrend eines Kaffees werfen wir einen Blick auf die Stra\u00dfenkarte und suchen dann bei der Weiterfahrt den Einstieg in die CORNICHE DE CEVENNEN. Diese Stra\u00dfe ist wegen ihrer malerischen Aussichten Insidern wohlbekannt und wurde unter LOUIS XIV zu milit\u00e4rischen Zwecken angelegt. Der Anfang dieser Route ist sogar mit einem Schild gekennzeichnet. Anfangs geht es rauf auf mehr als 1000 Meter und die gewundene Stra\u00dfe ist genau jenes Gustost\u00fcckerl, welches ich mir erhofft hatte. Wir bleiben an einem Aussichtspunkt stehen und treffen dort eine Motorradfahrergruppe auf KTM-Bikes, welche aus Belgien sind und sich hier in der Gegend eine Unterkunft genommen haben und alle interessanten Stra\u00dfen abzufahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider viel zu schnell ist diese malerische Panoramastra\u00dfe zu Ende und wir sind in ST. JEAN DU GARD. Wir beschlie\u00dfen weiter auf kurvigen Nebenstra\u00dfen zu bleiben und fahren weiter Richtung ST. HIPPOLYTE DU FORT. Dort m\u00fcssen wir uns erstmal orientieren, wie es weitergeht. Es ist mittlerweile fr\u00fcher Nachmittag und wir haben Hunger und Durst. In einer Tiefebene vor dem Ort GANGES finden wir einen geeigneten Platz f\u00fcr einen ausgiebige Brotzeit.&nbsp; Danach geht es \u00fcber den Kamm einer H\u00fcgelkette hinunter nach MONTPELIER. Die letzten paar Dutzend Kilometer sind eine Schnellstra\u00dfe, welche wir rasch hinter uns bringen. Den dadurch erreichen Zeitvorteil verbrauchen wir allerdings rasch in MONTPELIER. Die Fahrweise der Franzosen ist wirklich \u201eentspannt\u201c. In der Hitze des Nachmittages in Motorradkleidung im Stop-and-Go-Verkehr mit 5 \u2013 10 km\/h durch eine Stadt zu zockeln ist eine Qual. Es ist beinahe unm\u00f6glich mit einem so schwer beladenen Motorrad so niedrige Geschwindigkeiten zu fahren. Im WHATSAPP-Blog, den ich f\u00fchre, beschreibe ich die Situation folgenderma\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;Zitat&gt;<\/p>\n\n\n\n<p>Dont hurry. In case of any doubt: Slow down. Slow down even if there is no doubtful situation. Even if the world would end: slow down.<\/p>\n\n\n\n<p>Getting French citizenship:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Knowing how to use a condom<\/li>\n\n\n\n<li>Singing the Marceillaise<\/li>\n\n\n\n<li>Knowing how to brake<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>French cars have a driver seat just because its more comfortable to sit while doing the brake. French cars normally have just the first gear. Additional gears need extra money not everyone is willing to pay. Passing by MONTPELIER needed me nearly 2 hours. I had the impression I walked the bike \u2013 but don\u2019t worry: have a break and do the brake. Temperature is climbing up to 38 degrees and the sky cleared up<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;\/Zitat&gt;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich muss zugeben, dass ich am Ende schon ziemlich unentspannt war aufgrund dieser z\u00f6gerlichen Fahrweise. Das ersch\u00f6pft mich sehr. Als wir aus der Stadt drau\u00dfen sind, brauchen wir beide erstmal eine Pause. Im Schatten eines Baumes der Zufahrt zu einem Campingplatz steigen wir ab und versuchen und zu erholen. Gl\u00fcckicherweise geht ein leichter Wind, der etwas K\u00fchlung bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach geht es zum Endspurt: Mara will an einem bestimmten FKK-Strand zelten. Wir hatten uns diesen Strand vorab im Internet angesehen. Leider konnten wir keinen Platz im Voraus buchen. Wir bleiben vor der Einfahrt zu diesem Campingplatz stehen und dann verl\u00e4sst mich die Konzentration: Wir fallen einfach auf der Stelle um. SCH\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SOL ist schnell wieder aufgestellt und auch sofort herbeigeeilte Passanten helfen uns dabei. Mein Motorradfahrerherz blutet aber, mein Stolz ist angeknackst, mein Selbstbewusstsein geknickt und Mara hat sich am Handgelenk eine leichte Prellung mit Schwellung und blauen Fleck zugezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ungl\u00fcck kommt selten allein: Es kommt, wie es kommen muss: Der Campingplatz ist ausgebucht. Was tun? Jetzt ist guter Rat teuer! Mara beginnt am Handy nach anderen Campingpl\u00e4tzen zu suchen und ich beginne all diese Telefonnummern anzurufen \u2013 alle ausgebucht. Nur ein Campingplatz h\u00e4tte noch genau einen Platz frei \u2013 genau neben der Veranstaltungsb\u00fchne wo jeden Abend bis nach Mitternacht lautes Partytreiben herrscht. Nein Danke! Unruhe kommt in uns auf. Schlie\u00dflich erreichen wir eine Frau am Telefon, welche offensichtlich nur gebrochen Englisch kann und meint, dass bei ihr noch ein Platz frei w\u00e4re. Der Campingplatz \u201eCamping G.C.U. Kabylie\u201c w\u00e4re lt. Navi nur 13 Km entfernt. Ich frage zur Sicherheit nochmals nach \u2013 Ja, es w\u00e4re noch ein Platz frei. Noch immer hellwach vom Adrenalin des Schrecks vom Umfaller steigen wir aufs Bike und rollen dem Campingplatz entgegen. Das Navi will uns dabei auf Feldwege leiten, was ich verweigere. Wir kommen an ein offenes Gatter, fahren hinein und steigen ab. Im Empfangsh\u00e4uschen sitzen aber andere Personen als die Frau, mit welcher wir gesprochen haben und die wissen von nichts. Gro\u00dfe Augen als wir ankommen. Es kommt zu einer kurzen Diskussion, die damit endet, dass ich dem wortf\u00fchrenden Mann die Anrufliste meines Handys zeige, um zu beweisen, dass wir angerufen und ein OK bekommen h\u00e4tten. Es stellt sich heraus, dass dieser Campingplatz keine Normaler ist. Es ist das Eigentum eines Vereins in welchem nur franz. Lehrer Mitglied sind und eigentlich auch nur Mitglieder campen d\u00fcrfen. Es gibt aber auch \u00dcbernachtungspreise f\u00fcr Nicht-Mitglieder. Die sind aber 3 x so hoch. Es ist uns egal. Schulterzucken bei dem Mann. Mittlerweile hat sich eine ganze Gruppe von Menschen angesammelt, welche alle bei der Problembew\u00e4ltigung helfen wollen. Dieser Verein hat offensichtlich nur wenig bis gar kein Personal. Alles wird gemeinschaftlich erledigt. Auch Aufr\u00e4um- und Putzarbeiten. Wir bekommen folgenden \u201eDienst\u201c aufgebrummt: Wir sollen am n\u00e4chsten Tag um 16:00 UHR den Boden einer der H\u00e4user f\u00fcr der Gemeinschaftsduschen \/ WC s\u00e4ubern. Einverstanden. Wir sind von der Fahrt und der Hitze viel zu ersch\u00f6pft um uns noch einen anderen Campingplatz zu suchen und willigen widerspruchslos ein. Mara wird gezeigt, wo das Haus steht. Mich erinnert das irgendwie belustigt an meine Grundwehrdienstzeit beim Bundesheer.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Mara dann die letzten Formalit\u00e4ten erledigt, suche ich einen geeigneten Platz und finde einen idealen Zeltplatz. Da steht zwar noch das Auto des Zeltes vom Nebenplatz, aber der f\u00e4hrt rasch weg und wir haben einen perfekten Zeltplatz im Schatten eines gro\u00dfen Baumes gefunden. Rasch wir abgeladen, Zelt aufgebaut, ISO-Matten aufgeblasen, Campingsessel aufgeklappt, Campingtisch aufgebaut usw. usf.. Das Zelt hat 2 Eing\u00e4nge und das Vorzelt auf der Seite, welche wir nicht benutzen, nutzen wir um unsere Motorradklamotten, Helme, Stiefel, Sturzb\u00fcgeltaschen usw. zu lagern. Am fr\u00fchen Abend sind wir fertig und k\u00f6nnen einen Rundgang machen und das Mittelmeer zum ersten mal sehen. Unser Nachbar sieht mich, und anstatt von Grussworten spendiert er uns mit den Worten \u201eYou look terrible \u2013 want a beer?\u201c sofort eine Flasche Bier keine 30 Sekunden nachdem wir angekommen sind. Mara lehnt dankend ab \u2013 ich nehme freudig an. Die Nachbarn sind au\u00dferordentlich freundlich und stellen uns sogar eine Steckdose zur Verf\u00fcgung. Somit kann ich mittels des mitgenommenen 10m-Verl\u00e4ngerungskabels jederzeit unsere Handys und anderes Kleinger\u00e4t aufladen. Sie stellen uns sogar einen Platz in ihrem K\u00fchlschrank zur Verf\u00fcgung wo wie unseren K\u00e4se zwischenlagern k\u00f6nnen \u2013 \u00fcberaus gro\u00dfz\u00fcgig. Wir bedanken uns daf\u00fcr mit einer Packung MANNER-Schnitten. Diese Leute sind wirklich lieb: Es ist eine junge Familie aus Paris mit einem 3 Monate alten S\u00e4ugling in Begleitung der Gro\u00dfeltern, die \u00f6fters die Betreuung der Tochter \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Aufstellen des Zelts entdeckt Mara sogar noch ein paar n\u00fctzliche Features des Zelts, welche ich selbst noch gar nicht kannte. <\/p>\n\n\n\n<p>Der heutige Tag war aufgrund der Hitze und der Dahinzockelei so anstrengend, dass wir kaum Fotos gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-not-stacked-on-mobile is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schilderung Atlan Da wir uns gestern in Punkto \u201ePacken\u201c so gut es ging vorbereitet haben ging es heute sehr schnell: Maras Handy l\u00e4utet p\u00fcnktlich um 07:00 Uhr. 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Beim Abladen des Gep\u00e4cks will ich jedenfalls immer die schweren St\u00fccke tragen. Ich bin ein Mann und deshalb in Punkto K\u00f6rperkraft von Natur aus bevorzugt. Es kann schon sein, dass Mara fit genug ist ihren Koffer zu tragen \u2013 aber es ist sicherlich anstrengender f\u00fcr sie als f\u00fcr mich und es gibt genug leichtere Gep\u00e4ckst\u00fccke zu tragen. Mara, ganz im Geiste von \u201eSelbst ist die Frau\u201c sieht das nicht ganz so was sp\u00e4ter in BIOT zu einer geharnischten Beschwerde\/Ermahnung von meiner Seite f\u00fchrt. In der Nacht hatte es etwas geregnet und jetzt trocknen die Stra\u00dfen auf. Es hat nur angenehme 21 Grad. Wir nehmen fahren wieder in die GORGES DU TARN und folgen ihr bis nach FLORAC. Die Fahrt entlang dieser gewundenen, engen Stra\u00dfe geh\u00f6rt sicherlich zu den sch\u00f6nsten Abschnitten unserer Reise. In FLORAC ist es wieder einmal Zeit f\u00fcr einen Vormittagskaffee. Wir haben Gl\u00fcck, finden einen Parkplatz in Sichtweite eines leeren Kaffeehaustisches unter Kastanienb\u00e4umen. Es ist viel los in diesem Ort und ich kann bemerken, dass wir mit unserem schwer beladenen Motorrad bei unserer Ankunft viele verstohlene Blicke auf uns ziehen. W\u00e4hrend eines Kaffees werfen wir einen Blick auf die Stra\u00dfenkarte und suchen dann bei der Weiterfahrt den Einstieg in die CORNICHE DE CEVENNEN. Diese Stra\u00dfe ist wegen ihrer malerischen Aussichten Insidern wohlbekannt und wurde unter LOUIS XIV zu milit\u00e4rischen Zwecken angelegt. Der Anfang dieser Route ist sogar mit einem Schild gekennzeichnet. Anfangs geht es rauf auf mehr als 1000 Meter und die gewundene Stra\u00dfe ist genau jenes Gustost\u00fcckerl, welches ich mir erhofft hatte. Wir bleiben an einem Aussichtspunkt stehen und treffen dort eine Motorradfahrergruppe auf KTM-Bikes, welche aus Belgien sind und sich hier in der Gegend eine Unterkunft genommen haben und alle interessanten Stra\u00dfen abzufahren. Leider viel zu schnell ist diese malerische Panoramastra\u00dfe zu Ende und wir sind in ST. JEAN DU GARD. Wir beschlie\u00dfen weiter auf kurvigen Nebenstra\u00dfen zu bleiben und fahren weiter Richtung ST. HIPPOLYTE DU FORT. Dort m\u00fcssen wir uns erstmal orientieren, wie es weitergeht. Es ist mittlerweile fr\u00fcher Nachmittag und wir haben Hunger und Durst. In einer Tiefebene vor dem Ort GANGES finden wir einen geeigneten Platz f\u00fcr einen ausgiebige Brotzeit.&nbsp; Danach geht es \u00fcber den Kamm einer H\u00fcgelkette hinunter nach MONTPELIER. Die letzten paar Dutzend Kilometer sind eine Schnellstra\u00dfe, welche wir rasch hinter uns bringen. Den dadurch erreichen Zeitvorteil verbrauchen wir allerdings rasch in MONTPELIER. Die Fahrweise der Franzosen ist wirklich \u201eentspannt\u201c. In der Hitze des Nachmittages in Motorradkleidung im Stop-and-Go-Verkehr mit 5 \u2013 10 km\/h durch eine Stadt zu zockeln ist eine Qual. Es ist beinahe unm\u00f6glich mit einem so schwer beladenen Motorrad so niedrige Geschwindigkeiten zu fahren. Im WHATSAPP-Blog, den ich f\u00fchre, beschreibe ich die Situation folgenderma\u00dfen &lt;Zitat&gt; Dont hurry. In case of any doubt: Slow down. Slow down even if there is no doubtful situation. Even if the world would end: slow down. Getting French citizenship: French cars have a driver seat just because its more comfortable to sit while doing the brake. French cars normally have just the first gear. Additional gears need extra money not everyone is willing to pay. Passing by MONTPELIER needed me nearly 2 hours. I had the impression I walked the bike \u2013 but don\u2019t worry: have a break and do the brake. 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Es ist uns egal. Schulterzucken bei dem Mann. Mittlerweile hat sich eine ganze Gruppe von Menschen angesammelt, welche alle bei der Problembew\u00e4ltigung helfen wollen. Dieser Verein hat offensichtlich nur wenig bis gar kein Personal. Alles wird gemeinschaftlich erledigt. Auch Aufr\u00e4um- und Putzarbeiten. Wir bekommen folgenden \u201eDienst\u201c aufgebrummt: Wir sollen am n\u00e4chsten Tag um 16:00 UHR den Boden einer der H\u00e4user f\u00fcr der Gemeinschaftsduschen \/ WC s\u00e4ubern. Einverstanden. Wir sind von der Fahrt und der Hitze viel zu ersch\u00f6pft um uns noch einen anderen Campingplatz zu suchen und willigen widerspruchslos ein. Mara wird gezeigt, wo das Haus steht. Mich erinnert das irgendwie belustigt an meine Grundwehrdienstzeit beim Bundesheer. W\u00e4hrend Mara dann die letzten Formalit\u00e4ten erledigt, suche ich einen geeigneten Platz und finde einen idealen Zeltplatz. Da steht zwar noch das Auto des Zeltes vom Nebenplatz, aber der f\u00e4hrt rasch weg und wir haben einen perfekten Zeltplatz im Schatten eines gro\u00dfen Baumes gefunden. Rasch wir abgeladen, Zelt aufgebaut, ISO-Matten aufgeblasen, Campingsessel aufgeklappt, Campingtisch aufgebaut usw. usf.. Das Zelt hat 2 Eing\u00e4nge und das Vorzelt auf der Seite, welche wir nicht benutzen, nutzen wir um unsere Motorradklamotten, Helme, Stiefel, Sturzb\u00fcgeltaschen usw. zu lagern. Am fr\u00fchen Abend sind wir fertig und k\u00f6nnen einen Rundgang machen und das Mittelmeer zum ersten mal sehen. Unser Nachbar sieht mich, und anstatt von Grussworten spendiert er uns mit den Worten \u201eYou look terrible \u2013 want a beer?\u201c sofort eine Flasche Bier keine 30 Sekunden nachdem wir angekommen sind. Mara lehnt dankend ab \u2013 ich nehme freudig an. Die Nachbarn sind au\u00dferordentlich freundlich und stellen uns sogar eine Steckdose zur Verf\u00fcgung. Somit kann ich mittels des mitgenommenen 10m-Verl\u00e4ngerungskabels jederzeit unsere Handys und anderes Kleinger\u00e4t aufladen. Sie stellen uns sogar einen Platz in ihrem K\u00fchlschrank zur Verf\u00fcgung wo wie unseren K\u00e4se zwischenlagern k\u00f6nnen \u2013 \u00fcberaus gro\u00dfz\u00fcgig. Wir bedanken uns daf\u00fcr mit einer Packung MANNER-Schnitten. Diese Leute sind wirklich lieb: Es ist eine junge Familie aus Paris mit einem 3 Monate alten S\u00e4ugling in Begleitung der Gro\u00dfeltern, die \u00f6fters die Betreuung der Tochter \u00fcbernehmen. Beim Aufstellen des Zelts entdeckt Mara sogar noch ein paar n\u00fctzliche Features des Zelts, welche ich selbst noch gar nicht kannte. Der heutige Tag war aufgrund der Hitze und der Dahinzockelei so anstrengend, dass wir kaum Fotos gemacht haben.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[127,128,154,22],"tags":[],"class_list":["post-1477","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-127","category-2022-tourentagebuch-frankreich-tour","category-millau-bis-manosque","category-bike-touren"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1477"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1477\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2896,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1477\/revisions\/2896"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/motorradjedi.reisen\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}